Der niederländische Hersteller Fairphone hat sein neues nachhaltiges Smartphone vorgestellt. Das Konzept des Fairphone 3 ähnelt dem des Vorgängers, dem Fairphone 2: Es lässt sich sehr leicht in einzelne Module zerlegen. Im Falle eines Defekts können die einfach ausgetauscht werden. Damit will das Unternehmen erreichen, dass Menschen ihre Smartphones länger verwenden. Die Grundidee: Solange Nutzerinnen und Nutzer Ersatzteile kaufen und selbst montieren können, brauchen sie kein neues Gerät.

Die Firma unterstützt dieses Vorhaben durch ihre Produktpolitik: Anstatt wie die meisten anderen Hersteller im Monatsabstand neue Smartphones auf den Markt zu werfen, produziert das Unternehmen nur ein Modell. Und es lässt sich Zeit mit neuen Veröffentlichungen: Zwischen dem Fairphone 2 und dem Fairphone 3 liegt eine Zeitspanne von vier Jahren.

Das Smartphone ist zudem aus zahlreichen Materialien gefertigt, die vergleichsweise umweltschonend und fair gefördert oder wiederaufbereitet wurden. Wie schon bei den Vorläufermodellen stammen etwa das verwendete Zinn und Wolfram im Fairphone 3 aus konfliktfreiem Abbau. Das Kupfer wurde recycelt, genauso der verwendete Kunststoff. Gleichzeitig hat das Unternehmen bei der Produktion des neuen Modells versucht, die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern.

Wie sieht das Produkt aus, das am Ende dieser Bemühungen steht? Wir haben vor dem Marktstart einen nahezu marktreifen Prototyp des Fairphone 3 testen können. Im Fokus des Tests standen die Reparaturmöglichkeiten und die Ausstattung des Smartphones.

Nicht ganz dicht

Um das Fairphone 3 auseinanderzubauen, muss man zunächst den rückseitigen Deckel entfernen. Er lässt sich wie bei früheren Handys einfach abziehen. Dank zahlreicher Kunststoffnasen ist er ebenso leicht wieder anzubringen und sitzt bei dem Gerät sehr stabil. Wasserdicht ist das Fairphone 3 dadurch aber natürlich nicht. Das Gehäuse des schwarzen Testmodells ist transparent, von außen kann man das Innenleben des Smartphones erkennen. So kann man auch den Schriftzug auf dem Akku lesen: "Change is in your hands", eine Anspielung auf die Nachhaltigkeit des Geräts.

Nachdem man den Deckel entfernt hat, kann man den Akku einfach mit dem Fingernagel aus der Halterung heben. Dadurch ist es beim Fairphone 3 auch problemlos möglich, einen leeren Akku durch einen vollen zu ersetzen, was im Ernstfall das Nachladen spart. Hat man den Akku entfernt, gelangt man an die beiden SIM-Karten-Steckplätze sowie den Slot für die Micro-SD-Karte. Das Fairphone hat 64 Gigabyte internen Flash-Speicher, der sich dank des Steckplatzes mit einer Speicherkarte ergänzen lässt.

All das geht ohne Schraubenzieher. Den braucht man erst, wenn man das Fairphone 3 noch weiter auseinandernehmen will. Praktischerweise liefert Fairphone ein kleines Werkzeug mit, das aus einem Kreuzschlitzschraubendreher und einem Hebel besteht, mit dem man das Display vom Rahmen lösen kann. Dafür muss man 13 kleine Schrauben lösen. Dann kann man das Bildschirm-Panel mithilfe des Hebelwerkzeugs oder eines flachen Stücks Kunststoff vom Rahmen trennen. Das geht problemlos, das Panel wirkt im Test stabil.

Unter dem Display findet man vier Module, die ebenfalls verschraubt sind: Man kann die Hauptkamera, das Frontkameramodul mit dem Lautsprecher für Telefonate, dem Mikro sowie dem Klinkenanschluss für Kopfhörer, das Hauptlautsprechermodul sowie das unterste Modul mit dem Vibrationsmotor, einem weiteren Mikrofon sowie dem USB-C-Ladeanschluss ausbauen. Nicht für den Ausbau gedacht sind Komponenten wie das Ein-Chip-System oder die WLAN- oder Bluetooth-Einheit.