Größerer Bildschirm, Gestensteuerung und ein 5G-Modell: Der Elektronikhersteller Samsung hat am Mittwochabend ein neues Smartphone, das Galaxy Note 10, vorgestellt. "Es ist das leistungsstärkste Mobilgerät der Welt", sagte Samsungs US-Chef Drew Blackard bei der Präsentation in New York City. Das Gerät ist das Nachfolgermodell des Galaxy Note 9.

Das neue Samsung-Smartphone wird in drei Varianten angeboten: Das Galaxy Note 10 kommt mit einem 6,3-Zoll-Display, das Galaxy Note 10 Plus mit einem 6,8-Zoll-Display und Letzteres zusätzlich in einer 5G-Version. Die günstigste Ausführung soll 949 Euro kosten, die teuerste 1.199 Euro.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Galaxy-Note-Reihe ist ein digitaler Stift, der sogenannte S-Pen. Mit ihm können Nutzerinnen und Nutzer handschriftliche Notizen anfertigen oder auf dem Bildschirm malen. Auf den neuen Geräten dient der Stift nun auch der Steuerung: Nutzer sollen ihr Smartphone bedienen können, indem sie Gesten mit dem Stift ausführen. Das funktioniert zunächst nur in der Kamera-App, Entwicklerinnen sollen aber für ihre Apps eigene Gesten entwickeln können. Außerdem kann man den Akku des Handys noch schneller aufladen.

Ein Laptop mit Mobilfunkanbindung

Neben dem Galaxy Note 10 stellte Samsung auch einen Laptop vor, das Galaxy Book S. Das Gerät kommt mit einem 13,3-Zoll großes Touchdisplay, ist nur knapp zwölf Millimeter dick und wiegt weniger als ein Kilogramm. Es verfügt über einen Prozessor mit einem integrierten LTE-Modem, kann also über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden werden.

Weil der Prozessor so wenig Hitze erzeugt, ist in dem Laptop kein Lüfter verbaut. Außerdem sei der Stromverbrauch so gering, dass eine Akkulaufzeit von 23 Stunden erreicht werden könne, heißt es von Samsung. Der Laptop soll 1.099 Euro kosten, wenn er im Herbst auf den Markt kommt. Wo der Laptop überall verfügbar sein wird, sagte Samsung nicht.

Außerdem verkündete das Unternehmen eine vertiefte Kooperation mit Microsoft. "Wir wollen helfen, Menschen auf jedem Gerät produktiv zu machen", sagte Microsoft-Chef Satya Nadella bei der Präsentation in New York. Zukünftig soll es möglich sein, das Samsung-Smartphone mit dem eigenen Windows-Laptop über das Internet zu verbinden, um auf dem Laptop etwa SMS-Nachrichten zu lesen oder Medien zu synchronisieren.

Über ein Produkt sprach das Unternehmen nicht: das faltbare Smartphone Galaxy Fold. Ursprünglich sollte das Gerät am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen. Kurz zuvor stoppte Samsung die Einführung jedoch. Der Faltmechanismus hatte bei vielen Testerinnen und Testern zu Problemen geführt, die Geräte gingen kaputt. Samsung hat den Starttermin auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte Samsung eine neue Version seiner Smartwatch – die Galaxy Watch Active 2 – und ein neues Premium-Tablet, das Galaxy Tab S6, vorgestellt.

Der Premium-Smartphone-Absatz geht zurück

Samsung steht wirtschaftlich insbesondere im Smartphone-Bereich unter Druck. Erst Ende Juli hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr 56 Prozent weniger Profit gemacht hatte. Auch der Umsatz war um vier Prozent zurückgegangen. Das Premiummodell Galaxy S10 habe sich weniger gut verkauft als erwartet, hieß es.

Samsung ist nicht das einzige Unternehmen, das in letzter Zeit weniger Smartphones verkauft als bisher. Auch der iPhone-Hersteller Apple verkündete vor wenigen Tagen, dass das Smartphone erstmals seit sieben Jahren weniger als die Hälfte des gesamten Unternehmensumsatzes ausmache. Im Januar hatte Apple zum ersten Mal seit 16 Jahren die eigenen Umsatzerwartungen nach unten korrigieren müssen.

Fast 13 Jahre nach dem Verkaufsstart des ersten iPhones ist der Smartphone-Markt inzwischen nahezu gesättigt – viele Kundinnen und Kunden behalten ihre Smartphones länger. Außerdem verfügen Smartphones inzwischen über so viele Funktionen, dass die Hersteller Mühe haben, die Kundinnen und Kunden mit neuen Features zu überzeugen.