Apple ist inzwischen wohl der führende Verkäufer von Smartwatches weltweit, Samsung kommt bald dahinter. Konkurrent Google hat bisher kein entsprechendes Produkt zu bieten. Das Unternehmen beschränkte sich darauf, Apps und mit Wear OS ein Betriebssystem für sogenannte Wearables zu entwickeln. Das könnte sich bald ändern. Am Freitag teilte Google mit, das Unternehmen Fitbit zu kaufen.

Man sehe die Chance, künftig mehr in Wear OS zu investieren und auch eigene Geräte "Mady by Google" anzubieten, schrieb Rick Osterloh, der bei Google den Bereich Devices & Services verantwortet.

Seit längerer Zeit gibt es Gerüchte, Google arbeite an einer Pixel Watch, um damit die volle Leistungsfähigkeit seines Betriebssystems für Kleingeräte zu demonstrieren. Die gleiche Motivation führte immerhin zur Entwicklung eigener Smartphones, die unter dem Namen Pixel verkauft werden. Dank dieser hat Google bei Smartphones mit dem marktführenden Betriebssystem Android zu den Konkurrenten wie Samsung aufgeholt.

Nun sollen also Fitness-Armbänder und Uhren folgen. Google bot den Anteilseignern am Freitag 7,35 Dollar je Fitbit-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Aktien-Schlusskurs von Donnerstag und einem Gesamtpreis von 2,1 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,9 Milliarden Euro. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Anfang der Woche über ein Interesse des Mutterkonzerns Alphabet an dem Hersteller von Fitness-Uhren berichtet. Die Fitbit-Aktien legten seither um mehr als 40 Prozent zu. Das Geschäft selbst wird aber wohl erst 2020 wirksam werden.

Datenschutz?

Fitbit hat 28 Millionen aktive Nutzer und dank ihnen eine riesige Menge an Bewegungs- und Gesundheitsdaten. Fitbit erklärte am Freitag, diese Daten auch künftig schützen zu wollen. Das Vertrauen der Nutzer stehe an erster Stelle, heißt es in dem Statement. Fitbit verkaufe niemals persönliche Informationen und die Gesundheits- und Wellnessdaten sollen nicht für Google-Anzeigen genutzt werden.

Das Gleiche schrieb auch Google-Manager Osterloh. Genau wie bei anderen Produkten werde man bei Wearables transparent machen, welche Daten man sammele und warum, heißt es in seinem Text. Google werde Fitbit-Nutzern die Möglichkeit geben, die eigenen Daten zu überprüfen oder zu löschen. Das ist auch derzeit bei allen Google-Produkten schon möglich. In der Dashboard genannten Anwendung können die von Google gesammelten Daten eingesehen, gelöscht oder heruntergeladen werden.

Googles Mutterkonzern Alphabet verdient genau wie Facebook sein Geld vor allem mit personalisierter Werbung. Google versucht dazu, die Interessen und Vorlieben seiner Nutzer zu erforschen und zu kennen, um ihnen anschließend auf diese Interessen zugeschnittene Werbung präsentieren zu können. Seit Jahren gibt es Kritik an diesem Geschäftsmodell und die Sorge, Google wisse zu viel und zu viel Privates über seine Kunden.