Die Abgeordneten des Europaparlaments dringen auf eine Vereinfachung: Sie fordern, dass die Hersteller elektronischer Geräte nur noch ein gemeinsames Ladegerät für Handys, Tablets, E-Book-Reader und andere Geräte anbieten. Damit solle der Elektronikschrott reduziert und den Verbrauchern das Leben zu erleichtert werden, heißt es in einer Mitteilung des Europaparlaments.

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier wollen erreichen, dass die EU-Kommission mehr Druck auf die Hersteller macht. Die Abgeordneten wollten deshalb zu Beginn der Sitzungswoche in Straßburg über das Thema mit EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton debattieren. Durch alte Ladekabel fallen in der EU dem Europaparlament zufolge jährlich rund 51.000 Tonnen Elektroschrott an. Ende Januar soll das Europäische Parlament nach Angaben der Europa-SPD über seine Position zum Thema in einer Resolution abstimmen.

Der bisherige Ansatz der EU-Kommission, die Industrie zur Entwicklung gemeinsamer Ladegeräte nur zu ermutigen, sei nicht ausreichend gewesen, kritisierte die SPD-EU-Politikerin Evelyne Gebhardt, die Mitglied im Verbraucherschutz-Ausschuss ist. "Wie lange wird es noch dauern, bis die EU-Kommission einsieht, dass die Industrie das Problem nicht von selber lösen wird?" Man dürfe sich nicht auf eine Hinhaltetechnik einlassen, so Gebhardt.

Es scheitert an der Umsetzung

Bereits 2009 unterzeichneten 14 Handyhersteller eine freiwillige Grundsatzvereinbarung, in der sie sich bereit erklärten, die Ladegeräte für neue Geräte bis 2011 zu vereinheitlichen. Dazu gehörten etwa Nokia, Apple, Samsung und Huawei.

2012 lief diese erste Vereinbarung aus, wurde aber von einigen Herstellern 2013 und 2014 erneuert, ohne dass sich ein einheitlicher Ladestecker durchsetzte. Inzwischen bieten zwar die meisten Smartphone- und Tablet-Hersteller Micro-USB oder USB-C zum Laden ihrer Geräte an – doch Apple hat weiterhin seinen eigenen, mit USB inkompatiblen Standard für iPhones, iPads und iPods.