Wer noch nicht weiß, was 5G ist, erfährt das wohl spätestens, wenn es um den neuen Handyvertrag geht. Der neue Mobilfunkstandard, der deutlich höhere Übertragungsraten als 4G/LTE ermöglicht, beschäftigte in den vergangenen Jahren vor allem die Industrie und Wirtschaft. Seit dem Sommer 2019 aber bieten die Telekom und Vodafone als erste deutsche Mobilfunkprovider auch 5G-Tarife für Privatkunden an. In diesem Jahr könnte es nun richtig losgehen, wenn noch mehr 5G-fähige Smartphones auf den Markt kommen. Ältere Geräte unterstützen den neuen Standard nämlich nicht.

Das am heutigen Dienstag in San Francisco vorgestellte Samsung Galaxy S20 tut es. Es ist das neueste 5G-Handy. Zwar war auch schon der Vorgänger, das Galaxy S10, in einer 5G-Edition erhältlich. Zum damaligen Zeitpunkt aber gab es noch gar keine wirklich passenden Tarife. Inzwischen ist das anders, weshalb Samsung mit dem S20 die Technik stärker pusht: In den USA unterstützt das Galaxy S20 offenbar standardmäßig 5G – ohne Aufpreis. Sollte sich das Modell ähnlich gut verkaufen wie das Galaxy S10, wovon auszugehen ist, bedeutet das: Noch in diesem Jahr werden Millionen US-Bürgerinnen und Bürger ein 5G-fähiges Smartphone besitzen.

In anderen Ländern, darunter auch Deutschland, wird es das S20 sowohl als 4G- und in einer etwas teureren 5G-Variante geben. Das ist insofern verständlich, als dass der neue Standard hierzulande bislang nur in wenigen Regionen überhaupt verfügbar ist, wie die Ausbaukarte der Telekom zeigt. Deshalb sind die aktuellen 5G-Tarife auch vor allem eine Zusatzoption zum bestehenden Mobilfunkvertrag und noch kein vollständiger Ersatz für LTE.

In den kommenden Jahren dürfte sich das ändern und wenn es so weit ist, möchte möglichst jeder Smartphonehersteller die passenden Geräte im Sortiment haben. Es ist zu erwarten, dass neben Samsung auch andere Hersteller wie Huawei und Apple ihre nächsten Oberklassemodelle mit entsprechenden 5G-Modems und Prozessoren ausstatten.

Keine Kopfhörerbuchse, aber 120-Hertz-Display

Das Galaxy S20 (passend zum neuen Jahrzehnt ist Samsung von S10 zum S20 gesprungen) erscheint in drei Varianten: Erstens als Standardmodell mit einem 6,2 Zoll großen Bildschirm, der somit einen Zoll größer ist als der des Vorgängers. Zweitens als S20+ mit 6,7-Zoll-Bildschirm und einem etwas leistungsstärkeren Akku. Und drittens als S20 Ultra mit 6,9 Zoll großem Bildschirm, noch größerem Akku und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Bis auf das schwarze Loch mit der Selfiekamera nimmt das Display – wie schon bei den Vorgängern – fast die gesamte Vorderseite ein. Ein Rahmen ist fast nicht mehr zu sehen.

Apropos Display: Der Bildschirm unterstützt eine Bildwiederholrate von 120 Hertz, was vor allem bei Games und schnellem Scrollen für eine besonders flüssige Darstellung sorgt. Weil eine höhere Bildwiederholrate aber auch mehr Akkuleistung verbraucht, soll es offenbar möglich sein, das Display auf 60 Hertz einzustellen, schreibt das Technikportal The Verge.

Was allen drei Varianten fehlt, ist der Kopfhöreranschluss. Als einer der letzten Hersteller hielt Samsung bei seinen Galaxy-Modellen bislang an der Kopfhörerbuchse fest. Damit ist nun Schluss: Wer mit dem S20 Musik hören will, muss entweder auf einen USB-Adapter oder gleich auf Bluetoothkopfhörer zurückgreifen. Passenderweise hat Samsung parallel zu den neuen Geräten auch gleich die zweite Generation seiner Galaxy Buds vorgestellt.