Ganz früher war er ihnen heilig. Die Menschen, die an seinen Ufern lebten, verehrten den Titicacasee wie eine Gottheit. Das ist lange her, Christoph Kolumbus war noch nicht nach Amerika aufgebrochen. Heute geht es Südamerikas größtem Süßwassersee nicht gut. Plastikmüll und Abwässer aus den wachsenden Städten machen ihm zu schaffen. Pflanzenbestände nehmen ab, in denen die Fische einst unzählig laichten. Auf der Insel Koati am Südzipfel des Sees gibt es nur noch drei Familien, die vom Fischfang leben können. Sie verfluchen den Müll und beten für ein wachsendes Umweltbewusstsein ihrer bolivianischen Landsleute. Wie lange ihr See sie noch ernährt, wissen sie nicht.