An einem Sonntag Ende November steht Nadine Aigner in der Tür zu ihrer Münchner Wohnung und trommelt mit den Handflächen auf ihre Oberschenkel. Es kostet sie Überwindung, einem Fremden zu zeigen, wie das aussieht: ihre Sucht. Zu Besuch war lange niemand mehr, der einzige, der regelmäßig klingelt, ist der Postbote. Den fängt sie immer am Türrahmen ab. Aigner ist Mitte 50, sie hat studiert und übt einen technischen Beruf aus, in dem sie gut verdient. Von außen sieht es so aus, als führe sie ein geregeltes Leben. In ihrer Altbauwohnung im vierten Stock wird dann das Problem sichtbar, das ihr ganzes Leben dominiert. Nadine Aigner, die in Wahrheit anders heißt, ist kaufsüchtig.