"Nur die Langweiligen langweilen sich", schrieb Charles Bukowski. Die Soziologin Silke Ohlmeier findet diese Sichtweise ziemlich arrogant. Sie promoviert zum Thema Langeweile und ist überzeugt, dass dieses Gefühl kein persönlicher Makel ist, sondern auch vom Einkommen, Bildungsstand und Marginalisierung abhängt. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 10/2023. 

ZEITmagazin ONLINE: Frau Ohlmeier, vor Ihrem Studium haben Sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei einem Busunternehmen gemacht. Die Erfahrung der Langeweile dabei hat sie so geprägt, dass sie später anfingen, zu dem Thema zu forschen. Warum haben Sie die Ausbildung damals nicht abgebrochen?