1. Tag

Köln blickt voller Stolz auf die Art Cologne und hat allen Grund dazu: Sie findet seit 1967 statt und ist die älteste Kunstmesse überhaupt. Vom 19. bis 22. April verwandelt sie die Messehallen in eine gigantische Galerie auf Zeit. Von ihrer Anziehungskraft auf Sammler aus aller Welt profitieren auch die Museen und hiesigen Galerien. So vergibt das Museum Ludwig pünktlich zur Messe den hoch dotierten Wolfgang-Hahn-Preis, der diesmal an Haegue Yang geht und mit einer großen Überblicksaus­stellung der Künstlerin verbunden ist. Auch die herausra­gende Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts lohnt einen Besuch und ebenso der benachbarte Kölner Dom, der seit 2007 mit einem Fenster von Gerhard Richter beeindruckt.

Mit Schwung in die Ausstellung: Treppenhaus des MAKK – Museum für Angewandte Kunst © Rheinisches Bildarchiv, Marion Mennicken

Im Römisch-Germanischen Museum glänzt das archäologische Erbe einer Region, deren Siedlungsgeschichte bis in vorchristliche Zeit reicht und in der bis heute jedes größere Bauprojekt Schätze aus der Vergangenheit freilegt. Am Kolpingplatz steht mit dem MAKK, Kölns Museum für Kunst und Design, ein überaus sachliches Gebäude, das seine architektonische Raffinesse auf das Innere konzentriert. Nachbarn sind gleich zwei wichtige Galerien: Boisserée, wo bis zum 28. April Bilder des katalanischen Malers Joan Hernández Pijuan hängen. Und Karsten Greve, der bis in den Juni abstrakte Malerei von Pierre Soulages zeigt. Daneben lädt das Restaurant Piazza’s zur Mittagspause ein – mit hausgemachter mediterraner Küche.

Dieser Artikel stammt aus Weltkunst, Heft Nr. 141/2018. © Weltkunst Verlag

Anschließend geht es zum Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Kolumba wurde von dem Schweizer Architekten Peter Zumthor auf den Ruinen der gleichnamigen Kirche errichtet, rechts vom Eingang erzählt die zeltartige, von Gottfried Böhm geplante und ins Museum integrierte Kapelleimmer noch ein Stück Kriegsgeschichte: Ein Teil der sakralen Gegenstände stammt aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchenbau. Kolumba gönnt sich zum zehnten Geburtstag die famose Ausstellung "Pas de deux", eine Schau, in der es um die sinnliche, tänzerische Begegnung von Kunst und Kulturobjekten geht: Gläserne Leihgaben aus dem Römisch-Germanischen Museum treffen auf Bilder von Dieter Krieg, mittelalterliche Skulpturen messen sich mit den abgründigen Arbeiten von Paul Thek. Nach dieser ausgedehnten Tour lässt man den Abend im Imbiss von Manufactum ausklingen – oder speist opulent im Ristorante Alfredo, das einen Michelin-Stern trägt.