In einem frommen Land wie Mexiko – mehr als 80 Prozent der Mexikaner sind katholisch – scheinen selbst profane Straßenszenen einen religiösen Abglanz zu haben. Bei den Broten, die auf einem Markt verkauft werden, kommt einem das letzte Abendmahl in den Sinn. Das Baby im Korb erinnert an Moses, der in einem Korb den Fluss hinabtrieb. Es ist diese unsichtbare, doch spürbare Ebene, die den Fotos des New Yorkers Harvey Stein ihre Aura verleiht. Sein Bildband Mexico – Between Life and Death ist im Kehrer Verlag erschienen (176 Seiten, 38 Euro).