Bislang durften Reisende auf einen Flug mit der irischen Billigairline Ryanair zwei Handgepäckstücke mitnehmen – eine kleine (Hand-)Tasche und ein Gepäckstück bis zehn Kilogramm. Das soll sich ab dem 1. November dieses Jahres ändern: Den neuen Handgepäckbestimmungen der Airline zufolge dürfen ab dann nur noch Passagiere, die die Priority-Option gebucht haben, ohne zusätzliche Kosten mit zwei Handgepäckstücken reisen. Für Reisende im Normaltarif, die den Großteil aller Ryanair-Passagiere ausmachen, wird dagegen ein größeres Gepäckstück wie ein Rollkoffer im Handgepäck kostenpflichtig.

Gelten soll die neue Regelung für alle Buchungen, die vom 1. September an vorgenommen werden. Für bereits gebuchte Flüge gelten die neuen Regelungen vom 1. November an. Sogenannte Non-priority-Passagiere müssen sich dann auf ein "kleines Gepäckstück" beschränken. Diese müssen laut der Airline unter den Vordersitz im Flugzeug passen.

Für einen Koffer mit einem Gewicht von maximal zehn Kilo fallen dagegen Gebühren von acht Euro während der Buchung beziehungsweise zehn Euro nach abgeschlossener Buchung an. Der Koffer müsse eingecheckt und im Gepäckraum transportiert werden. Die Priority-Option wird nach Angaben der Airline weiterhin sechs beziehungsweise acht Euro (nach Buchung) kosten. Weiterhin stünden pro Flug mit 189 Plätzen 95 Priority-Tickets zur Verfügung.

Reisende, die einen Flug vor dem 1. September gebucht haben, können nach Angaben der Airline entweder für acht Euro Priority-Boarding dazubuchen oder für zehn Euro ein Gepäckstück zur Buchung hinzufügen. Außerdem stehe es betroffenen Passagieren frei, ihre Buchung kostenfrei zu stornieren.

Die Größe des kleinen Gepäckstücks, das auch Reisende ohne Priority-Boarding weiterhin ohne Aufpreis mit in die Kabine nehmen dürfen, wird von Ryanair angepasst: Bislang waren nur Koffer, Taschen und Rucksäcke mit den Maximalmaßen von 30 x 20 x 20 Zentimetern erlaubt. Ab November darf das kleine Gepäck Maße von 40 x 25 x 25,5 Zentimeter nicht überschreiten – ein Plus von sechs Litern für die Reisenden. Für Gepäck, das die angegebenen Maße deutlich überschreite, falle am Flughafen eine Gebühr von 25 Euro an.

Verschärfung soll Verspätungen reduzieren

Mit der Verschärfung der Vorschriften will Ryanair Verspätungen reduzieren, die durch das Verladen von Gepäck entstünden. Betroffen sind laut der Airline lediglich 40 Prozent aller Passagiere: 30 Prozent würden aktuell mit Priority-Boarding buchen, die Hälfte der Reisenden ohne Priority-Buchung reise auch derzeit nur mit einem kleinen Gepäckstück. Außerdem, so heißt es in der Mitteilung der Fluggesellschaft, sei man der Meinung, dass Kunden für den Service größerer Gepäckstücke zahlen sollten, wenn der durchschnittliche Ticketpreis unter 40 Euro liege. Das "Boarding-Erlebnis" und die Pünktlichkeit für alle Kunden würden durch die Neuregelung verbessert.