1. Tag

Hoch über den Dächern und Hinterhöfen der Altstadt erhebt sich der Schlossberg, auf dem um 1125 eine Festung errichtet wurde, der Graz ihren Namen verdankt. Auch wenn von der Gradec – Slowenisch für "kleine Burg" – heute nur noch Überreste erhalten sind, bildet die Anhöhe den idealen Ausgangspunkt, um sich ein erstes Bild von der Stadt zu verschaffen.

Um nach oben zu gelangen, kann man vom Karmeliterplatz über Serpentinen zum Gipfel laufen oder vom Schlossbergplatz über rund 200 Steinstufen aufsteigen. Bequemer sind die Standseilbahn oder der Schlossberglift, der in den Stollen eingelassen ist. Hier oben ragt das Wahrzeichen der Stadt empor: der mittelalterliche Uhrturm, den die Grazer vor der Zerstörung durch Napoleons Truppen retten konnten. Wir spazieren weiter, vorbei am Cerrini-Schlössl hinauf zum Glockenturm, über den Herbersteingarten am Südhang machen wir uns an den Abstieg.

Dieser Artikel stammt aus Weltkunst Heft Nr. 148/2018 © Weltkunst Verlag

Zum Mittagessen kehren wir unweit des Murufers im modernen Tante-Emma-Laden "Das Gramm" ein: Das junge Team hat sich dem Zero-Waste-Gedanken verschrieben und bietet neben einem wechselnden Lunchmenü auch regionale Lebensmittel ohne Einwegverpackungen an. Gestärkt ziehen wir ins Joanneumsviertel, das seit 2011 als architektonisches Ensemble die historischen Gebäude der Neuen Galerie, des Naturkundemuseums und der Steiermärkischen Landesbibliothek vereint. Der offene Innenhof musste aus Denkmalschutzgründen unangetastet bleiben, gebaut wurde unterirdisch. Riesige, in den Boden eingelassene Glastrichter geben den Blick auf das Foyer im Untergeschoss frei.

Die Neue Galerie beherbergt neben einer eigenen Sammlung auch das Bruseum: ein Museum im Museum, das dem Wiener Aktionisten Günter Brus gewidmet ist. Wenige Meter weiter serviert die Eisperle vegane Sorbetkreationen. Mit einer Kugel Zitronenmelisse schlendern wir zum Museum der Wahrnehmung am städtischen Augarten, wo bis 1. März 2019 John Carters Wandskulpturen zu sehen sind. Zweimal jährlich lädt ein paar Schritte weiter, am Jakominiplatz, das Dorotheum zu Auktionen ein: Von 22. bis 23. November ist es wieder so weit.

Bevor wir uns abends ein Wiener Schnitzel im Steirer schmecken lassen, schauen wir im Landeszeughaus, der größten historischen Waffenkammer der Welt, vorbei: Wo einstmals das Waffendepot der Steiermark beheimatet war, fühlt man sich heute ins 17. Jahrhundert zurückversetzt.