Der US-Amerikaner Colin O'Brady hat als erster Mensch die Antarktis allein und ohne Hilfsmittel durchquert. Für die knapp 1.500 Kilometer lange Reise quer durch den südlichsten Erdteil habe er 54 Tage gebraucht, teilte er über Instagram mit. Sein Gepäck zog O'Brady dabei auf einem Schlitten hinter sich her, der 180 Kilogramm wog.

Der Extremsportler, der bereits als Schnellster die sieben höchsten Gipfel der Erde bezwungen hat, war am 3. November zeitgleich mit dem 49-jährigen Briten Louis Rudd vom Union-Gletscher gestartet. Ihre Wege trennten sich dann.

Beim Frühstück am Weihnachtstag beschloss er nach eigenen Angaben, die letzten 125 Kilometer in einem Stück zurückzulegen. "Als ich das Wasser für meinen Haferbrei kochte, ist mir eine scheinbar unmögliche Idee gekommen", schrieb der 33-Jährige auf Instagram. "Ich habe mich gefragt, ob es möglich wäre, den ganzen Weg bis zum Ziel in einem Rutsch zurückzulegen. Als ich mir die Stiefel geschnürt habe, war aus dem unmöglichen Plan ein festes Ziel geworden." 32 Stunden habe er dann für die letzte Etappe gebraucht.

O'Brady hatte nach 40 Tagen den Südpol erreicht. Die Etappen seiner Reise zeichnete er dabei durch GPS auf und veröffentlichte sie auf seiner Internetseite.

Bereits 1996 und 1997 hatte der Norweger Børge Ousland die Antarktis alleine durchquert, ließ sich aber teilweise von einem Gleitschirm ziehen. O'Brady verzichtete darauf, ebenso wie auf die Möglichkeit, sich während der Tour mit Lebensmitteln versorgen zu lassen.

2016 war der britische Armeeoffizier Henry Worsley bei dem Versuch ums Leben gekommen, die Antarktis alleine und ohne Hilfsmittel zu durchqueren. Andere Abenteurer gaben unterwegs auf.