Tagestouristen und -touristinnen in Venedig sollen von Mai an Eintritt für die beliebte Lagunenstadt bezahlen. Das kündigte der Bürgermeister der Stadt, Luigi Brugnaro, am Montag an. Der Preis liege bei drei Euro pro Person und soll ab kommendem Jahr auf sechs Euro steigen. Je nach Andrang könne der Betrag bis auf zehn Euro angehoben werden, sagte Brugnaro.

Besucherinnen und Besucher, die in Herbergen in der Stadt unterkommen, sind von der Zahlung befreit. Hotelgäste müssen schon jetzt eine Ortstaxe bezahlen.

"Wir sind nicht daran interessiert, Kasse zu machen", versicherte Brugnaro. Vielmehr seien die Instandhaltung und die Sauberkeit der historischen Stadt teuer. "Wir müssen der ganzen Welt davon erzählen, wie schwierig es ist, einen so besonderen Ort zu verwalten."

Der Bürgermeister will schließlich erreichen, dass Touristen von 2022 an nicht nur Hotels und Unterkünfte, sondern auch Tagesausflüge in die Stadt buchen müssen. Niemandem werde der Zugang zu der Stadt verwehrt, sagte Brugnaro. Allerdings werde es für diejenigen, die einen Besuch nicht buchen, komplizierter. Die Pläne müssen noch vom Kommunalrat abgesegnet werden.

Venedig kämpft seit Jahren mit dem Massentourismus. Vor allem im Sommer wird die Stadt von Touristen überlaufen. Viele Bewohner ärgern sich insbesondere über die großen Kreuzfahrtschiffe, die kurzzeitig anlegen und Touristenmassen in die Stadt bringen. Zugleich lebt Venedig aber von seinen Besuchern: Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt.