Vielleicht ist das der Fluch von Orten, die am Meer liegen: Sie sind niemals so idyllisch, wie man sie sich vorstellt. Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit erzeugt eine leise Traurigkeit, sie trübt den Blick der Betrachterin. Ganz besonders in Blackpool. Ganz besonders im Februar. Die Berlinerin Benita Suchodrev ist ganz bewusst im Winter gekommen, um die Fotografien für ihren Bildband "Of Lions and Lambs" zu machen. Das diesige Licht, die aufgeworfene See, die frühe Dunkelheit, all das entsprach ihrem Empfinden des Badeorts an der englischen Westküste, den sie schon einmal im Sommer porträtiert hatte. Suchodrevs neue Bilder wirken nicht kälter, im Gegenteil zeigen die niedrigen Außentemperaturen umso mehr, mit welcher Wärmer sie sich den Menschen genähert hat. Vor allem jenen, für die sich das allgegenwärtige Glücksversprechen von Blackpool bislang nicht erfüllt hat. Es sind nicht wenige.