7. Mai bis 20. Juni: "Wiener Festwochen"
Das Schaupielprogramm der diesjährigen Wiener Festwochen widmet sich mit seinen beiden Hauptstücken einem antik-politischen Diskurs. Zwei theatralisch gegensätzliche Verarbeitungen griechischer Tragödien - Euripides' "Herakliden - Kinder des Herakles" in einer Inszenierung von Peter Sellars und "Die Frauen von Trachis" von Sophokles in einer Adaption von Martin Crimp - behandeln Stoffe und Themen der Gegenwart. Herakles im Anti-Terror-Einsatz und die Theaterbühne als Schauplatz einer Debatte über das Primat der Asylpolitik - diese Art der Umsetzung wird sicherlich für Diskussionsstoff sorgen.
Auch abseits der antiken Theatralik bleibt es politisch: "Februar 1934 - Das Wörterbuch des Schweigens" begeht einen Tabubruch und hebt den österreichischen Bürgerkrieg auf die Theaterbühne. Das bürgerliche Welt- und Selbstverständnis behandelt dagegen der Ibsen-Zyklus mit "Nora", "Baumeister Solness" und "Peer Gynt".
www.festwochen.at

8. Mai: "Gespenster"
Premiere
Von Henrik Ibsen, Regie: Detlef Jacobsen
Staatstheater Saarbrücken , Theater St. Arnual, Beginn 19:30 Uhr
"Es lebt nicht in uns, aber es sitzt uns trotzdem im Blut und wir können es nicht loswerden."
Im Mittelpunkt dieses Stücks: Frau Helene Alving. Eine Frau, die mit einem Wüstling als Ehemann und einer großen Lebenslüge leben muss. Eine Frau, die von ihrer Jugendliebe, Pastor Manders, in diese Ehe, in diesen "verdeckten Abgrund" geschickt wurde. Eine Frau, die am Ende zu der Erkenntnis gelangen muss, dass die Rücksichten, Ideale und Pflichten ihres Lebens nichts anderem entsprangen als einem Mangel an Mut zur Wahrhaftigkeit.
Erst nach und nach erhellen sich Schicksal und Charakter des Stücks, wie "Gespenster" ziehen sie herauf und treiben alsdann ihren Spuk.
Weitere Vorstellungen: 11., 13., 14., 15., 18., 23. und 25. Mai
www.theater-saarbruecken.de

14. Mai: "Antilopen"
Premiere
Von Henning Mankell, Regie: Peter Carp
Theater Aachen , Kammerspiele, Beginn 20 Uhr
Lars und Elisabeth, verheiratete Entwicklungshelfer in Afrika, sitzen in ihrem Haus, haben sich verbarrikadiert und harren dort nun der Dinge. Die Welt da draußen ist nicht mehr wie zuvor - ein Verbrechen ist geschehen.
Henning Mankell hat mit "Antilopen" ein Stück für die Bühne geschrieben, das seine beiden Leidenschaften - Afrika und die Kriminalwelt - zu einem Plot vereinigt. Dunkel und irritierend schildert er ein Ehedrama und die weiße Ignoranz gegenüber dem schwarzen Volk: "Die Hauptpersonen des Stücks sind die Schwarzen. Aber sie sind nicht zu sehen."
Weitere Vorstellungen: 14., 18., 23., 29. Mai und 4., 9., 16., 22. und 25. Juni
www.theater-aachen.de

15. Mai: "Sleeping Beauty"
Uraufführung/Premiere
Von Charles Perrault nach den Gebrüdern Grimm, Regie: Stefan Moskov
Junges Ensemble Stuttgart , Theatersaal, Beginn 19 Uhr
Dornröschen, wie man es kennt und doch ganz anders. Ein Prinz, eine schlafende Prinzessin und am Ende der Kuss - diese Geschichte ist bekannt. Und doch: In der Inszenierung von Stefan Moskov stehen eher die komischen Aspekte der Märchenwelt im Vordergrund. Zwei Menschen aus völlig verschiedenen Welten treffen aufeinander. Er will sich aus der grauen Realität in die Märchenwelt träumen, sie dagegen will eben diese Märchenwelt verlassen und die harte Wirklichkeit kennenlernen. Der Abend verspricht ein wahrlich zauberhaftes Verwirrspiel.
Weitere Vorstellungen: 16. und 17. Mai
www.jes-stuttgart.de

16. Mai: "Mefistofele"
Premiere
Von Arrigo Boito, Regie: Dietrich Hilsdorf, Musikalische Leitung: Paolo Carignani
Opernhaus Frankfurt/Main , Beginn 18 Uhr
Ihren Anfang nimmt diese Oper bei Goethe und seinem epochalen Werk "Faust". Abgesehen von der großen Parabel auf den hybriden Wissenschaftler erzählt Goethe darin auch die Geschichte vom gefallenen Mädchen: die Gretchentragödie. Für Arrigo Boito war dieser Teil von Goethes Drama Grundlage für die Handlungsdramaturgie einer Oper. Neben Gretchen erscheint auch der stets verneinende Geist Mephisto, zynisch und kalt wie eh und je.
1868 in der Mailänder Scala uraufgeführt, entpuppte sich die Opernvertonung der Goetheschen Themen als desaströser Misserfolg. Erst in der zweiten, erheblich umgestalteten und drastisch gekürzten Version von 1875 erlebte Boitos Oper den Durchbruch.
Weitere Vorstellungen: 20., 22., 28. und 30. Mai sowie 5., 10. und 12. Juni
www.oper-frankfurt.de