Straßenfotografie | Holger Biermann

Fotograf Holger Biermann war auf den Straßen New Yorks und Berlins unterwegs und hat festgehalten, was dem Passanten sonst nur als flüchtiger Eindruck begegnet.

Anders als Fotojournalisten, die nach Bildern suchen, die ein Ereignis treffend auf den Punkt bringen, arbeitet der Straßenfotograf Biermann: Er findet das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen. Er lebt von Zufällen und Augenblicken, in denen das scheinbare Chaos zu visuellen Einheiten verschmilzt. Snapshot-Fotografie, sagt man. Ein Begriff, der ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammt und in England den ziellos umherirrenden Hirsch- und Hasenjäger verspottete – „erst schießen, dann zielen“. Für den Fotojäger ist dieses Konzept Befreiung von formalen und inhaltlichen Zwängen. Er ist neugierig. Er will nichts weniger als das wirkliche Leben erkunden. Um dies zu finden, wandert er viel und fotografiert noch mehr. Die Anonymität der Großstadt erlaubt es ihm.

Auf www.zeit.de/fotogalerie

15. September bis 23. Oktober: Roman Signer
Galerie Martin Janda, Wien
Ein Telefonhörer, der mit hoher Geschwindigkeit um eine Telefonzelle rotiert. Ein einfacher Holztisch, der von der Decke hängt und von einem Ventilator in Bewegung gehalten wird. Daneben ein Raketenkanal, der von einem Staubsauger angetrieben wird. Das ist eine Auswahl der Skulpturen aus der dritten Einzelausstellung des Schweizer Künstlers Roman Signer, mit der die Galerie Martin Janda am 14. September 2004 die Herbstsaison eröffnet. Präsentiert werden Objekte, Installationen und Fotoarbeiten, die speziell für diese Ausstellung konzipiert wurden und erstmals zu sehen sind. Seit den 1970er Jahren beschäftigt sich Signer mit Alltagsgegenständen, die durch den Einsatz von Energiequellen bewegt, deformiert oder zerstört werden.
www.martinjanda.at  

2. Oktober bis 27. November: Jake & Dinos Chapman: The New and Improved Andrex Works
20.21 Galerie Edition Kunsthandel GmbH, Essen
Eine der von Jake und Dinos Chapman übermalten, kontrovers diskutierten Versionen der "Desasters of War" wird mit Francisco de Goyas Graphikfolge "Los Desastres de la Guerra" konfrontiert. Dazu sind großformatige Zeichnungen und Radierungen aus der Chapman Family Collection und ihre neue, 21 Radierungen umfassende Serie "My Giant Colouring Book" in der kolorierten Fassung zu sehen sowie Maquetten zu der kürzlich bei einem Lagerbrand vernichteten Arbeit "Hell". Jake & Dinos Chapman, denen unter anderem 1996 eine Einzelausstellung im Institute of Modern Art in London und 2003 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf gewidmet wurde, sind 2003 für den Turner-Preis der Tate Britain vorgeschlagen worden. Ihre Werke wurden unter anderem in der Wanderausstellung "Sensation" (1997-99) gezeigt.
www.2021art.com

10. Oktober bis 9. Januar: Max Beckmann: Die Apokalypse
Museum Wiesbaden
Max Beckmann floh 1937 vor der Verfolgung durch die nationalsozialistische Kunstpolitik nach Amsterdam. Drei Jahre später entwarf er dort eine Edition über die Johannesapokalypse. Diese lange verschollenen Entwürfe, eine Vision der eigenen grauenvollen Wirklichkeit, stehen nun für eine Ausstellung zur Verfügung. Sie beginnt im Museum Wiesbaden und wird danach in Goch, Heidelberg, Schloss Gottorf, Osnabrück und abschließend im MMK Frankfurt gezeigt. Einen Kontrast zu Beckmann bieten die Bildkonstruktionen von Friedrich Vordemberge-Gildewart, der 1938 ins Amsterdamer Exil floh. Seine Arbeiten verkörpern statt Beckmanns apokalyptischer Sicht eine Utopie der besseren Wirklichkeit.
www.museum-wiesbaden.de

30. September bis 2. Januar: 3'
Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main
Kurzfilme können Emotionen wecken, in sehr viel kürzerer Zeit als Spielfilme. Deshalb hat die Schirn Kunsthalle für diese Ausstellung bei zehn internationalen Künstlern zehn Filme in der Länge von je drei Minuten in Auftrag gegeben. Den Künstlern wurden sämtliche Mittel der Kunsthalle zur Verfügung gestellt. So entstand eine kondensierte Ausstellung von zehn mal drei Minuten, die sich als Beitrag zum Umgang mit Filmen in Ausstellungen sieht. Die Idee der Verdichtung setzen die Künstler auf unterschiedlichsten Ebenen um. Die Geschwindigkeit der Schnitte, das Tempo der Musik und der Erzählung müssen anders als beim langen Film sein und trotzdem lassen sich Ideen, Handlungen und Personen vermitteln.
http://www.schirn.de

18. bis 26. September: 1. Berliner Kunstsalon
arena-halle + Glashaus, Berlin
So wie sich ein Berliner gerne in seinen Kiez zurückzieht, wo sein Leben in einem Bereich weniger Straßen abläuft, gibt es auch für die Galeristen und Künstler kleine, abgegrenzte Projekträume und Ausstellungsmöglichkeiten. Parallel zum "Art Forum Berlin" soll deshalb der erste Berliner Kunstsalon einen Querschnitt durch die junge Kunst-Metropole Berlin bieten. 34 ausgewählte Berliner Galerien, Kunsträume, Projekte, freie Kuratoren und Künstlernetzwerke stellen zeitgenössische Kunst aus. Inmitten der Ausstellungen wird ein Raum als "Salon" inszeniert, wo sich Künstler und Kunstliebhaber treffen können. Dort finden auch Lesungen, Diskussionen und ein begleitendes Filmprogramm statt. 
www.berlinerkunstsalon.de