20. Oktober: Marie Haller-Nevermann "Friedrich Schiller"
Literaturhaus Berlin , Beginn 20 Uhr
Pünktlich vor dem Schillerjahr 2005 erschien diese Biographie des vor 200 Jahren verstorbenen Dichters. Das Buch hebt Friedrich Schiller in zahlreichen Facetten seines Lebens und Wirkens hervor und eröffnet eine Vielfalt an punktuellen Einblicken. Kaleidoskopartige Beschreibungen gewichten neben seiner Existenz als dichterische Größe ebenfalls seine Berufung als Mediziner, die zum ersten Mal eine perspektivische Verbindung schafft zwischen dem Schöngeist und Praktiker. Der historische Rückblick Schillers europäischer Ansichten spiegelt unablässig eine nationale Gesinnung wieder, die hier zugunsten eines geradezu antizipierenden Freidenkers aufgehoben wird.
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29. Oktober: Tahar Ben Jelloun "Der letzte Freund"
Literaturhaus München , Beginn 20.30 Uhr
Marokko wird oft als Pufferzone zwischen afrikanischem Weitwinkel und europäischen Vorurteilen dargestellt. Der selber im Maghreb geborene Bestsellerautor Ben Jelloun wirft ein neues Licht auf das Land, das uns immer "näher" rückt. Er beschreibt die enge Freundschaft zweier Marokkaner, die am Ende eine überraschend schmerzvolle Wende nimmt. Die verschiedenen Auffassungen der Protagonisten zeigen den Dualismus der teils modernen, teils archaischen Gesellschaft des nordafrikanischen Landes überaus anschaulich. Jelloun entwirft eine Synthese, die über eine ethnozentrische Beurteilung hinaus geht und uns dem Land und seinem Alltag "näher" bringt.
Geleitet wird die Lesung von Übersetzerin Christiane Kayser
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31. Oktober 2004: Yadé Kara "Selam Berlin"
Evangelische Akademie Loccum , Beginn 9.30 Uhr
Berlin für alle? Seit drei Generationen versuchen Deutsche und Türken ein harmonisches Miteinander in dem Berliner Stadtteil Kreuzberg zu leben. Bis heute aber ist Integration kein zentrales Bezugswort - auf keiner der beiden Seiten. Die türkische Autorin Yadé Kara blickt zurück in die Zeit des Mauerfalls und auf einen Jungen, der sein türkisches Heimatland verlässt, um mit seiner Familie in die Stadt der Wiedervereinigung zu ziehen. Inmitten der epochalen Veränderungen, Auflösung Ost - West, beginnt für den neunzehnjährigen Türken die Suche nach einer eigenen Identität zwischen Orient und Okzident.
www.loccum.de

2. November: César Aira "Die Mestizin"
Im Rahmen des "Literarischen Herbst 2004" am spanischen Kulturinstitut stellt sich einer der bedeutendsten Schriftsteller Argentiniens vor. In der phantastischen Abenteuergeschichte wird die junge Ema als Gefangene spanischer Soldaten in die südliche Peripherie transportiert. Bei einem Überfall entführen Indianer die Protagonistin in ihre Welt, in der sie Ema an ihren kulturellen Besonderheiten teilhaftig werden lassen. Aira greift so den historischen Diskurs der Indianerverfolgungen des 19. Jahrhunderts auf. Er verkehrt dabei den Blick und zeigt die Indianer nicht als Barbaren der Zeit, sondern als zivilisierte Eingeborenengesellschaft.
Spanisches Kulturinstitut, Instituto Cervantes München , Beginn 19.30 Uhr
Außerdem: 28.10.04, 20 Uhr Literarisches Kolloquium Berlin
www.cervantes-muenchen.de

4. - 14. November: Urs Widmer "Das weiße Buch des Vaters"
Nach drei Jahren ist nun das literarische Pendant zu Widmers "Der Geliebte meiner Mutter" erschienen. In diesem Buch wird das Leben seines Vaters, einem politischen Kommunisten in der Rolle eines Literaturfaschisten, verfasst. Karl, Widmers Vater, ist geprägt von einer abgöttischen Liebe zur Literatur. Doch neben seiner Passion für Diderot entdeckt er seine Leidenschaft für Politik. Er engagiert sich für die Ideen der kommunistischen Partei und lebt für ausschweifende Treffen mit der Baseler Bohème.
4. November: Höngerstraße 119, Zürich (Ch)
8. November: Schloss Schöftland, Schöftland (Ch)
14. November: Schauspielhaus Düsseldorf
Weitere Termine und mehr Informationen unter: www.diogenes.ch