27.6. bis 7.9.2003: "Auf eigene Gefahr"
Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main
Das "kalkulierte" Risiko wird vor allem in Trendsportarten wie Bungee-Jumping oder Paragliding gepflegt. Der "flexible Mensch" in der westlichen Gesellschaft sieht sich im Alltag vielen Risiken ausgesetzt, vom Essen über Reisen bis zur Existenzgründung. Von der Gefahr unterscheidet sich das Risiko dadurch, dass es kalkulierbar ist; Risiken einzugehen ist ein aktiver Vorgang. Vor diesem Hintergrund widmet sich die aktuelle Ausstellung in der Schirn Kunsthalle einer speziellen Form der Kunst seit den 90er Jahren, die sich mit der Rolle des zum aktiven Benutzer gewordenen Betrachters auseinander setzt.
Künstler wie Carsten Höller, Christoph Büchel, Jeppe Hein, Ana Maria Tavares und Künstlergruppen wie das Citical Art Ensemble und gelatin haben ungewöhnliche Konstellationen geschaffen, um den Besucher aus seiner passiven Rolle heraus zu locken und zur Mitwirkung zu animieren.
www.schirn.de

27.6. bis 14.9.2003: "Grotesk! 130 Jahre Kunst der Frechheit"
Haus der Kunst, München
Die Ausstellung, die bis Anfang Juni in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zu sehen war, fragt nach der Bedeutung des Grotesken für die Bildende Kunst. Das Groteske, das seit der Antike viele Künstler beschäftigt hat, bildet den Gegensatz zur Welt des Wahren und Schönen. Es steht für das Befremdliche, das Andere jenseits der Ordnung und Grenzen.
Für die Präsentation im Haus der Kunst wurde die Ausstellung um einige Künstler erweitert, wie Herbert Achternbusch und Maria Lassnig. Durch die Hängung nach inhaltlichen Gesichtspunkten wird eine Gegenüberstellung von Werken aus unterschiedlichen Epochen möglich.
U.a. mit Werken von Hans Arp, Arnold Böcklin, Lovis Corinth, Max Ernst, Lyonel Feininger, George Grosz, John Heartfield, Hannah Höch, Martin Kippenberger, Paul Klee, Emil Nolde, Sigmar Polke, Kurt Schwitters, Franz von Stuck und Karl Valentin.
www.hausderkunst.de © Franz von Stuck, Dissonanz / Disharmony, 1910, Öl auf Holz / Oil on wood, 76,7 x 70 cm, Museum Villa Stuck, München

27.6. bis 7.9.2003: "August Deusser. Die Sonderbundjahre"
August-Macke-Haus, Bonn
Der Kölner Maler August Deusser (1870 bis 1942) propagierte Anfang des 20. Jahrhunderts die Abkehr vom Akademismus und wandte sich entschieden der neuen Idee der Freilichtmalerei im Sinne Max Liebermanns zu. Sein energisches kulturpolitisches Engagement führte 1909 zur Gründung des Sonderbundes. Mit den Sonderbundausstellungen der Jahre 1909, 1910 und 1911 in Düsseldorf sowie der großen Schau in Köln 1912 - in der Deusser ein eigener Saal gewidmet war - gelang der Moderne auch im Rheinland der Durchbruch.
In die Sonderbundjahre fällt die bedeutendste Schaffensphase August Deussers. Ohne sich vom Gegenstand zu lösen, entwickelte er in Anlehnung an die Neoimpressionisten, die Fauves und Cézanne eine eigenständige freie und aufgelockerte Malweise.
Rund 40 Gemälde sowie Aquarelle und Skizzen aus den Jahren 1898 bis 1914 veranschaulichen seine Entwicklung vom früh etablierten Historienmaler zum Verfechter der Moderne.
www.august-macke-haus.de

27.6. bis 6.10.2003: "Hyperréalismes USA 1965-75"
Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Straßburg
Die Blütezeit des ‚Hyperrealismus' setzte Ende der 60er Jahre, nach der Pop Art, ein. In der fotorealistischen Darstellung sahen die Künstler ein Mittel, die Postulate der Moderne in Frage zu stellen. Anhand von Schlüsselwerken von Richard Artschwager, Chuck Close, Richard Estes, Malcolm Morley und anderen hebt die Ausstellung die spezifischen Merkmale eines künstlerischen Ansatzes hervor, der für die zeitgenössische Kunst grundlegend war.
www.musees-strasbourg.org

29.6. bis 24.8.2003: "Rilke. Worpswede"
Kunsthalle Bremen
Im Jahr 1903 erschien Rainer Maria Rilkes Buch über die Künstlerkolonie Worpswede. Rilkes Porträts bilden somit die früheste Darstellung der Worpsweder Künstler Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Heinrich Vogeler. 100 Jahre nach ihrem Erscheinen werden nun erstmals alle in Rilkes Buch besprochenen und vom Verlag abgebildeten Werke der ersten Generation Worpsweder Künstler gezeigt. Ihre Themen reichen von der Darstellung der Landschaft - vor allem des Moors - über das einfache Leben der Dorfbewohner bis hin zu kunstgewerblichen Erzeugnissen. Zusätzliche Requisiten wie Möbel, Blumen, persönliche Dinge, Bücher, Skulpturen, Teppiche, Fotografien und Manuskripte ermöglichen eine Zeitreise ins Worpswede zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Zum Programm gehören weiterhin Lesungen und kleine Aufführungen. So soll die 1902 von Rilke zu Neueröffnung der Kunsthalle verfasste Festszene erneut gezeigt werden.
Der Katalog beinhaltet neben kunsthistorischen Beiträgen den vollständigen Text von Rilke nach der Erstausgabe sowie sämtliche Abbildungen der Erstausgabe in Farbe.
Die Ausstellung wird begleitet und ergänzt durch Veranstaltungen in Bremen, Worpswede und Fischerhude, wo das Otto Modersohn Museum bis zum 24. August "Märchendarstellungen" von Otto Modersohn zeigt.
www.kunsthalle-bremen.de
www.rilke.worpswede.de