AUS DEM INHALT:
1. Carola Padtberg: Stefan Wolpe, Exzentriker der Zwölftonmusik - mit Verlosung 2. Literatur: "Eine Reise zu den Sternen" von Nicholas Christopher - mit Verlosung 3. KULTURKALENDER
Theater
Konzerte
Ausstellungseröffnungen
Lesungen 1. Exzentriker der Zwölftonmusik - mit VerlosungFoto: Paul-Sacher-Stiftung, Baselvon Carola Padtberg"Stefan Wolpe gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts", liest man im Neuen Lexikon der Musik. "Sein Name dürfte wohl nur einigen Doktoranden bekannt sein, die Zahl der Aufführungen seiner Stücke wird man vermutlich an den Fingern abzählen können", meint Frank Hilberg vom "International Art and Science Online Showcase". Haben wir es hier mit einem von der Öffentlichkeit verkannten Genie zu tun? Einem Star, den niemand kennt?Es lohnt, sich etwas näher mit diesem originell-exzentrischen Musiker zu befassen. Nicht nur, dass dieser Tage anlässlich seines 100. Geburtstages auf den Berliner Festwochen ein Wolpe-Zyklus stattfand, auch der Westdeutsche Rundfunk widmet sich mit einer Konzertreihe dem deutsch-amerikanischen Komponisten. ZEIT_online verlost 5 mal 2 Karten für die drei Konzerte "Broken Sequences" am 22. und 23. November in Köln (siehe unten).Ein Außenseiter, Frevler und VertriebenerStefan Wolpe wurde 1902 in Berlin geboren. Sehr früh fing er an zu musizieren, mit großem Talent, auf dem Hoffnungen ruhten. Doch Wolpe wählte immer den Umweg, um ans Ziel zu kommen. Akademische Abschlüsse interessierten ihn nicht. Die Schule verließ er ein Jahr vor dem Abitur, und an der Berliner Musikhochschule - hier studierte er Komposition bei Paul Juon - hielt er es nur ein Semester aus. Das Klima dort war dem jungen Künstler zu konservativ, zu passiv. Lieber schlug er sich als Barpianist und Stummfilmbegleiter durch.Die Außenseiter-Rolle war auch Reaktion auf die frühe Ablehnung durch das musikalische Establishment. Vergeblich hatte er sich um Aufnahme in die Busoni-Klasse bemüht und suchte schließlich Anschluss an außermusikalische Kreise wie Dadaismus, Bauhaus, Arbeiterbewegung und die Malergruppe der Abstrakten Expressionisten. Er wollte aktiv sein, an den künstlerischen und politischen Prozessen der jungen Weimarer Republik teilnehmen. So verkehrte er in seinen frühen Berliner Jahren eher mit bildenden Künstlern als mit Musikern.Wolpe experimentierte gern. Er gründete einen provokanten "interdisziplinären Arbeitskreis" und erfand unsinnige Fremdwörter für Texte von "atonal komponierter Schlagermusik". Er nahm auch mal eine kitschige Melodie und kombinierte sie mit einer Fuge von Bach. "Es war", wie Wolpe rückblickend in seiner "Lecture on Dada" 1962 erzählte, "ein Akt der Schändung, auch der Rache, die mich außerordentlich befriedigte." Später verzichtete Wolpe auf derlei Freveltaten, doch die Widerspenstigkeit prägte zeit seines Lebens Geist und Musik und hielt ihn zwischen künstlerischer Identifikationssuche und Abgrenzungsimpuls.Als Kommunist, Jude und Autor avantgardistischer Musik von den Nationalsozialisten gleich dreifach geächtet, exilierte Wolpe schon im März 1933. Es folgte eine einjährige Odysee durch Europa. Zwischendurch gelang es ihm, drei Monate Unterricht bei Anton Webern zu erhalten. So entstand ein sehr eigener und vor allem vielfältiger Stil, der sich autodidaktisch prägte - und ihm stets seine Outsider-Rolle bewahrte.In Palästina, wohin er 1934 emigrierte, war man entsetzt angesichts von Wolpes Versuchen, die traditionelle Musik des Mittleren Ostens in einen Zwölftonkontext zu integrieren. Er unterrichtete Komposition am Jerusalemer Konservatorium; gleichzeitig war er "musikalischer lnstrukteur" in verschiedenen Kibbuzim. Doch seine Versuche zu musikalischen und politischen Innovationen scheiterten am einengend konservativen Klima. Ende 1938 emigrierte er in die USA. Aber auch am Black Montain College in North Carolina, wo Wolpe in den fünfziger Jahren unterrichtete, blieb ihm die ewige Happening- und Kommunen-Atmosphäre letztlich fremd.Vielseitig und experimentellStefan Wolpe starb 1972 in New York, wenige Monate vor seinem 70. Geburtstag, an der Parkinson'schen Krankheit. Seine Wiederentdeckung sollte noch bis zum Ende der achtziger Jahre auf sich warten lassen. Erst die dann aufblühende Exilforschung interessierte sich wieder für den einzelgängerischen Komponisten. Sein musikalisches OEuvre ist vielseitig. Politische Kampflieder, Bühnenvertonungen und Songs sind ebenso vertreten wie neoklassische Kompositionen. Seine Musik bewegt sich zwischen Avantgarde und Agitprop und erklang im Konzertsaal ebenso wie auf der Straße.Die Konzertreihe "Broken Sequences" des Westdeutschen Rundfunks bemüht sich, dieses Leben, das an Brüchen reich und intensiv gelebt war, darzustellen. Die Werke im Programm sind so gewählt, dass auch das Umfeld und die Verbindungen Wolpes zu seinen Kollegen und Schülern dargestellt werden. Drei Kompositionen Wolpes sind erstmalig in Europa zu hören. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Arnold Schönberg, Elliott Carter, Edgard Varèse und Morton Feldman sowie der "Nachgeborenen" Guo Wenjing, Daniel N. Seel, Johannes Schöllhorn und Claus-Steffen Mahnkopf, darunter sind vier Uraufführungen und eine deutsche Erstaufführung zu hören.Verlosung:
Gemeinsam mit dem WDR verlost ZEIT_online 5 mal 2 Karten für die Konzertreihe "Broken Sequences" am 22. und 23. November in Köln. Die genauen Veranstaltungsdaten entnehmen Sie bitte dem Artikelanhang weiter unten.
Senden Sie uns bis zum 21. November, 12 Uhr mittags, eine eMail, bitte mit Namen und Adresse, an kulturbrief@zeit.de . Stichwort: Stefan Wolpe
Die Gewinner werden unter allen Einsendern ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 1. Konzert: 22. November: "For Chorus"
Funkhaus am Wallrafplatz, Klaus-von-Bismarck-Saal, Beginn 20 Uhr
Arnold Schönberg: De Profundis op.50b (1950) Psalm 130 für Chor
Stefan Wolpe: Four Pieces For Mixed Chorus (1954)
Morton Feldman: For Stefan Wolpe (1986) für Chor und zwei Vibraphone
Daniel N. Seel: Budai (2002) für Klavier (Uraufführung)
Stefan Wolpe: Two Chinese Epitaphs (1937) für Chor und Schlagzeug (Europäische Erstaufführung)
Guo Wenjing: Echoes From Heaven And Earth (1998) für Chor und Schlagzeug (Deutsche Erstaufführung)
Solist: Daniel N. Seel, Klavier
Nederlands Kamerkoor
Leitung: Ed Spanjaard
Moderation: Kornelia Bittmann
(Sendetermin: Freitag, 22. November 2002, 20 Uhr, WDR 3 live) 2. Konzert: 23. November: "Orchestral Perspectives"
Kölner Philharmonie, Beginn 18 Uhr
Edgard Varèse: Nocturnal (1960-61) für Sopran,Männerchor und Kammerorchester
Morton Feldman: Episode (1949) für Orchester (Uraufführung)
Stefan Wolpe: Passacaglia (1937) für Orchester (Europäische Erstaufführung)
Johannes Schöllhorn: liu-yi/wasser (2001-02) für Orchester (Uraufführung)
Edgard Varèse: Ecuatorial (1933-34) für Basschor und kleines Orchester
Solistin: Claron McFadden, Sopran
Nederlands Kamerkoor
Einstudierung: Ed Spanjaard
WDR Sinfonieorchester Köln
Leitung: Johannes Kalitzke
Moderation: Michael Struck-Schloen
(Sendetermin: Montag, 25. November 2002, 20 Uhr, WDR 3) 3. Konzert: 23. November: "Hommages and Variations"
Funkhaus Wallrafplatz, Klaus-von-Bismarck-Saal, Beginn 22 Uhr
Stefan Wolpe: La malade imaginaire (1934) Bühnenmusik für Ensemble (Ausschnitt) (Europäische Erstaufführung)
Elliott Carter: Oboe Quartet (2001)
Claus-Steffen Mahnkopf: Hommage à Daniel Liebeskind (2002) Volume I für Sextett (Uraufführung)
Johannes Schöllhorn: About The Seventh (1992) 3 x 5 Variationen für Ensemble
Stefan Wolpe: Piece For Two Instrumental Units (1963)
Mit dem Ensemble recherche
Leitung: Markus Poschner
Moderation: Kornelia Bittmann
(Sendetermin: Samstag, 23. November 2002, 22 Uhr, WDR 3 live) Homepage der Stefan Wolpe Society: www.wolpe.org 2. "Eine Reise zu den Sternen" von Nicholas Christopher - mit Verlosung Nicholas Christopher: Eine Reise zu den Sternen
Aus dem Englischen von Pociao und Roberto de Hollanda
Klett-Cotta, Stuttgart 2002, 24 Euro Beschreibung:
"Dieser labyrinthische Roman ist erfüllt von einer unbeschreiblichen Passion für Schönheit. Der American Dream außer Rand und Band." The New Yorker "... Dies ist eines der seltenen Bücher, die es vermögen, die Sterne zu verbinden und uns in diesem Netz zu fangen." Toronto Globe In einem New Yorker Planetarium wird ein Junge von einer Frau entführt, die er mit seiner Tante verwechselt. Dies verändert sein Leben und das seiner Tante von Grund auf. In diesem üppigen Roman über Schicksal und Liebe verfolgen wir die Wege dieser beiden fünfzehn Jahre lang, während sie sich gegenseitig suchen.Der Entführer des 10jährigen Loren ist sein Großonkel. Dieser, ein ehemaliger Glücksspieler, haust in einem umgebauten Hotel in Las Vegas und ist umgeben von wertvollen Gemälden und Antiquitäten und einer Reihe exzentrischer Gäste. Sie suchen nach den verlorenen Schätzen des Universums. Dort, in dieser eigenartigen Welt erfährt er allmählich das Geheimnis seiner Herkunft.Mala, seine Tante in New York, weiß von all dem nichts. Geplagt von Schuldgefühlen beginnt sie die Suche nach dem Kind. Aber es gibt keine Spuren. Verzweifelt verlässt sie Amerika und arbeitet als Krankenschwester in Vietnam, wo der Krieg gerade seinen grausigen Höhepunkt erreicht hat. Auf einem Lazarettschiff trifft sie einen verwundeten Soldaten und verliebt sich in ihn, und verliert ihn: er kommt von seinem nächsten Einsatz nicht zurück.Völlig verzweifelt nach diesem nochmaligen Verlust eines geliebten Menschen verlässt sie Vietnam und reist ziellos durch die Welt.Mit einer unglaublichen Phantasie, mitreißend und spannend erzählt Nicholas Christopher diese weltumspannende Geschichte zweier Menschen, deren Schicksal verwoben ist, auch wenn sie fünfzehn Jahre lang nichts vom anderen wissen.Verlosung:
Gemeinsam mit dem Klett-Cotta Verlag verlost ZEIT-Online drei Exemplare von "Eine Reise zu den Sternen". Senden Sie uns bis zum 21. November, 12 Uhr mittags, eine eMail, bitte mit Namen und Adresse, an kulturbrief@zeit.de .
Stichwort: Sterne
Die Gewinner werden unter allen Einsendern ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Leseprobe:1. Das PlanetariumWir waren tief ins All vorgestoßen und kehrten nun zurück. Bevor wir das Sonnensystem verließen, umkreisten wir den Mond und mehrere Planeten. Wir kurvten über die Ringe des Saturn, erkundeten den Roten Fleck auf dem Jupiter und streiften die eisigen Gebirgszüge des Uranus. Wir jagten einen Kometen und schlängelten uns durch einen Meteoritenschwarm. Jenseits von Pluto erreichten wir die Gestirne: Funkelnde Sternhaufen, Ringe und Mondsicheln umschwirrten uns. Wir folgten der langen Kurve der Milchstraße, an Alpha Centauri vorbei, dem ersten Stern jenseits der Sonne, und beobachteten, wie eine Supernova explodierte und ein Neutronenstern zu einem schwarzen Loch kollabierte. Wir reisten weiter zum roten Stern Antares, zweihundert Lichtjahre entfernt, sahen uns ausgiebig auf der nächstgelegenen Andromeda-Galaxie um und nahmen anschließend Kurs zurück zur Erde.Fetzen von elektronischer Musik und grollende Pauken erfüllten das Dunkel. Die Zuschauer saßen ganz still, hatten die Polstersitze nach hinten gekippt und verrenkten sich den Hals, während wir mit Lichtgeschwindigkeit zur Erde zurückrasten. Ich klammerte mich an die Armlehnen meines Sitzes und pustete die Staubkörnchen weg, die um meinen Kopf wirbelten. Im gespenstischen Schein der Overhead-Projektoren war meine Tante nur noch eine schwarze Silhouette. Ihr frisch gewaschenes Haar duftete, selbst in der abgestandenen, metallischen Luft des fensterlosen Saals. Außerdem war es kalt hier drin. Ich hatte die Jacke bis zum Hals zugeknöpft und krümmte die Zehen in den Stiefeln, um sie warm zu halten.Endlich tauchte die im Nichts schwebende blauweiße Kugel der Erde wieder vor uns auf, und die gottähnliche Stimme des Sprechers bedankte sich, daß wir an der "Reise zu den Sternen" teilgenommen hatten. Das war der Titel der Show, die zwischen Thanksgiving und Weihnachten hier gezeigt wurde. Das Publikum begann zu klatschen, und die Sitze klappten geräuschvoll hoch, als jetzt alle aufstanden, das Licht wieder aufflammte und die große Kuppeldecke sich verdunkelte. Die elektronische Musik verebbte und ging in einen langsamen Ragtime-Walzer über. Die Platzanweiser öffneten die hinteren Türen.Ich setzte meine Mütze auf und drängte mich vor meiner Tante her zum nächstgelegenen Gang. Ihre Hand lag leicht auf meiner Schulter, um mir den Weg zu weisen. Wir waren in das alte Planetarium im äußersten Norden von Manhattan gekommen, um meinen zehnten Geburtstag zu feiern. Die Vorführung war ausverkauft gewesen, und nun strömte die riesige Menge lebhaft plaudernd in die schmalen Gänge des runden Saals. Wir wurden vom Gedränge erfaßt und mitgetragen. Ich sah nur Rücken und Hände. Schwaden von Parfum und Schweiß stiegen mir in die Nase und dann auch Rauch, als die Leute sich die ersten Zigaretten anzündeten.Wir kamen zum Ausgang. Meine Tante nahm mich bei der Hand und ging schneller. Ihr Griff war sanft, aber fest, der Wildlederhandschuh fühlte sich weich an. Erst als wir ins blasse Winterlicht hinaustraten, wo der Wind trockenen Schnee, Fetzen von Eintrittskarten und Programmzettel aufwirbelte, lichtete sich das Gedränge ein wenig. Ich blickte zu ihr auf und wollte etwas sagen.Doch ich brachte kein Wort heraus.Die Frau, die mich jetzt energisch zu einer blauen, am Straßenrand parkenden Limousine zerrte, war nicht meine Tante. Ich glaubte, daß sie mich mit einem anderen Kind verwechseln mußte, bis sie die hintere Wagentür öffnete und mich hineinschubste. Aber als sie dann selbst einstieg und mir ins Gesicht sah, zeigte sie keine Spur von Überraschung.Am Steuer saß ein Mann mit braunem Mantel und dunklem, tief ins Gesicht gezogenem Homburg. Noch ehe die Frau die Tür zuschlug, trat er aufs Gaspedal und fuhr los."Hey!" rief ich. Doch als ich mich streckte, um die linke Tür zu erreichen, kramte die Frau hastig einen schwarzen Zerstäuber aus ihrer Handtasche und sprü hte mir eine Parfumwolke ins Gesicht. Der Duft von Weißen Lilien kratzte im Hals. Meine Augen brannten, ich fing an zu husten. Mir wurde schwindlig, und mein Herz schlug so langsam, daß ich die einzelnen Schläge in den Ohren hörte, weit auseinandergezogen, wie eine ferne Trommel. Die Welt verschwamm vor meinen Augen, als sähe ich sie durch einen Gazefilter aus wechselnden Farben."Hör auf zu flennen!" fauchte die Frau, wobei sie allerdings nicht mich, sondern den Mann am Steuer meinte. Zugleich zog sie ihre Handschuhe aus. Sie waren aus schwarzem Wildleder, genau wie die meiner Tante. Copyright: Klett-Cotta, Stuttgart 2002 Mehr Informationen, eine ausführlichere Leseprobe und die online-Bestellmöglichkeit finden Sie hier . www.klett-cotta.de4. KULTURKALENDERTheater16. u. 17. November: "Club Astrid"
Schauspiel Leipzig , Schauspielhaus, Beginn 22 Uhr
von Lies Pauwels
Gastspiel Compagnie Victoria
Acht Jugendliche treffen sich in einem Club. Die Clubtür bleibt einen Spalt offen und lässt die Zuschauer an der Unbekümmertheit der jungen Generation teil haben. Diese bricht sich vehement die Bahn und kommt in bunter Theatralik, Tanz, Musik, Bewegung und Text in verschiedenen Sprachen zum Ausdruck und sprengt in ihrer Vielseitigkeit die Genregrenzen. Dennoch blinzeln durch den Türspalt des Clubs Momente des Ernstes und der Traurigkeit.
Weitere Informationen zum Festival unter www.euro-scene.de 16. November: "Arsen und Spitzenhäubchen"
Premiere
von Joseph Kesselring, Regie: Gil Mehmert
Schauspielhaus Bochum , Beginn 19:30 Uhr
Die weltberühmte Komödie um eine Hochzeit und 13 Todesfälle: Schweren Herzens hat der alte Junggeselle Mortimer sich durchgerungen, die Pfarrerstochter Elaine zu ehelichen, als er unerwartete Einsichten in das Leben seiner eigenen Familie gewinnt. Nicht allein, dass seine beiden Tanten ständig Zimmerherren empfangen, die danach nie mehr gesehen werden. Zu allem Unglück taucht auch sein verhasster Bruder Jonathan auf und kann es kaum erwarten, ein paar alte Rechungen zu begleichen.
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Premiere
von John Kander und Fred Ebb, Inszenierung: Pavel Fieber
Theater der Bundesstadt Bonn , Opernhaus, Beginn 19:30 Uhr
Der amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw meint, er befindet sich in einem Traum, so unwirklich erscheint ihm sein Leben in Berlin am Ende der goldenen zwanziger Jahre. Durch seine Beziehung zu Sally Bowles, die im berühmt- berüchtigten "Kit Kat Club" auftritt, wird er Teil jener Großstadtgesellschaft, die mit ihrer exzessiven Lebenseinstellung die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Wirtschaftskrise geprägt hat. Die schillernde Welt des Cabaret lässt Bradshaw für eine kurze Zeit den Alltag vergessen. Doch irgendwann stoßen Traum und reale Welt hart aufeinander: Die grölenden und Steine werfenden faschistischen Horden zerstören die Beziehung von Cliffords Zimmerwirtin Fräulein Schneider zu dem jüdischen Kaufmann Herrn Schultz. Sally entscheidet sich gegen das gemeinsame Kind und kehrt in den "Kit Kat Club" zurück. Doch auch dort wird nichts mehr so sein, wie es war.
zur Homepage 19. November: "Der Freigeist"
Premiere
von Eric-Emmanuel Schmitt, Inszenierung: Peter Lüdi
Theater Regensburg , Bismarckplatz, Beginn 19:30 Uhr
Der Philosoph Denis Diderot verbringt ein paar ruhige Tage im Jagdhaus des Baron d'Holbach, um sich von der schönen und geistreichen Malerin Therbouche porträtieren zu lassen. Ein Vorgang, bei dem sich Modell und Künstlerin nahe kommen. Doch das traute Beisammensein wird bald gestört: Diderots Sekretär überbringt die Nachricht, dass Philosophenkollege Rousseau seinen zugesagten Artikel über das Stichwort "Moral" für Diderots Enzyklopädie nicht schreiben werde. Diderot muss daher selbst zur Feder greifen und den Begriff "Moral" definieren. Währenddessen beklagt sich seine Ehefrau bitterlich über sein stadtbekanntes, außereheliches Liebesleben. Aber auch die Belange weiterer Frauen bringen seine Philosophie über die Moral sichtlich ins Wanken.
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Uraufführung
von Roland Schimmelpfennig, Regie: Jürgen Gosch
Deutsches Schauspielhaus Hamburg , Beginn 20 Uhr
Das Stück zeigt Momentaufnahmen, fast wie Fotos oder Bilder. Menschen auf der Durchreise, denen der Zuschauer in verschiedenen Etappen des Lebens immer wieder begegnet. Die Bilder setzen sich zusammen und ergeben ein bestimmtes Klima, möglicherweise das Klima der Umstände, in denen wir leben. Roland Schimmelpfennig ist einer der meistgespielten, jüngeren Autoren und war in der Spielzeit 01/02 Hausautor am Deutschen Schauspielhaus.
zur Homepage 23. November: "Die Dreigroschenoper"
Premiere
von Bertolt Brecht und Kurt Weill
Theater Augsburg , Beginn 19:30 Uhr
1928 wurde Brechts und Weills "Dreigroschenoper" nach der Vorlage von John Gays "The Beggar's Opera" in Berlin uraufgeführt. Sofort war das Stück ein enormer Erfolg. Bettler, Huren und Räuber treten auf und stellen die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar. Trotz ihrer Ansiedlung im viktorianischen England kritisiert die "Dreigroschenoper" mit Satire und Spott die bürgerlich- kapitalistische Welt der Weimarer Republik. Die Musik Kurt Weills enthält Elemente des Jazz, der Unterhaltungsmusik sowie Kirchen- und Opernmelodien. Vor allem die eingestreuten Balladen wie das "Lied der Seeräuber-Jenny" oder die "Moritat von Mackie Messer" sichern dem Stück bis heute anhaltende Beliebtheit.
zur Homepage 24. November: "Ladies Night"
Premiere
von Stephen Sinclair und Anthony McCarten
Elisabethbühne Schauspielhaus Salzburg , Beginn 19 Uhr
Sechs arbeitslose Metallarbeiter fassen einen heroischen Entschluss: Sie gründen die erste rein britische Männer Strip-Gruppe: die "Wilden Stiere". Vom Rausch der Gründungsfeier bleibt der Kater des ersten Probentages. Was macht eine originelle Nummer aus und einen Strip perfekt? Was turnt Frauen wirklich an und warum? Aus einer "Schnapsidee" wird beinharte Arbeit. Und dann gehen die Lichter an: der erste Auftritt. In einer tänzerisch-erotischen Verzweiflungsaktion vor kreischenden Frauen legen die Jungs ihre erste Show hin. Erleben Sie die amüsante Erfolgsstory der mutigen Men-Stripper und überzeugen Sie sich selbst: auch strippen will gekonnt sein! Das Stück wurde unter anderem durch die Verfilmung bekannt, die in den deutschen Kinos unter dem Titel "Ganz oder gar nicht" lief.
zur Homepage Konzerte16. November: "Giora Feidman"
Stadthalle Magdeburg , Beginn 20 Uhr
Der argentinische Klarinettist gilt als einer der wichtigsten Interpreten zeitgenössischer Musik. Er wuchs in der jüdischen Musiktradition auf und wurde in seiner Entwicklung nicht zuletzt von der Vielfalt der amerikanischen Musiktradition geprägt. Nach seiner klassischen Ausbildung kam er zum Theatro Colon in Buenos Aires und wurde zwei Jahre später als jüngster Klarinettist an das Israel Philharmonic Orchestra berufen. Anfang der 80er Jahre trat er in Peter Zadeks Inszenierung von "Ghetto" in der Freien Volksbühne in Berlin auf und verhalf dem Stück mit seinem Klarinettenspiel zum Erfolg. Seine Interpretationen des Jazz, des Soul, der Klassik und des Klezmer fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk.
zur Homepage 16. November: "Internationale Bachakademie Stuttgart"
Beethovensaal, Stuttgart , Beginn 19 Uhr
Die Konzertsaison 2002/2003 wird unter der Leitung von Helmuth Rillinger in diesem Jahr mit Haydns Oratorium "Die Jahreszeiten" eröffnet. Mit Optimismus und Lebensfreude beschreibt der Komponist in dem Werk die Harmonie des Menschen mit der Natur.
Solisten: Susan Gritton / Sopran, John Mark Ainsley / Tenor, Christian Gerhaher / Bass
Gächinger Kantorei und Bach-Collegium Stuttgart
Leitung: Helmuth Rilling
zur Homepage 17. November: "Sibelius, Berg und Nielsen"
Konzerthaus Berlin , Beginn 20 Uhr
Unter der Leitung des temperamentvollen finnischen Dirigenten Jukka-Pekka Sarastre trägt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin Werke bekannter Komponisten des 20. Jahrhunderts vor: "Tapiola" op. 112 von Jean Sibelius, "Sieben frühe Lieder von Alban Berg und schließlich die 5. Symphonie von Carl Nielsen.
Solistin: Monica Groop / Sopran
zur Homepage 19. November: Manfred Krug - "JazzinŽ the Blues"
Stadthalle Rostock , Saal 2, Beginn 20 Uhr
"Als ich 1977 die DDR verließ, hoffte ich auch als Sänger einfach weitermachen zu können. Daraus wurde nichts. Niemand kannte mich...", sagte Manfred Krug einmal.
Dies hat sich inzwischen geändert. Spätestens seit seinen musikalischen Einlagen als "Tatort"-Kommissar Stoever ist seine Sangeskunst bekannt. Unterstützt wird seine sanfte und etwas rauchige Stimme von der Band "Jazzin' the Blues" und seiner Tochter Fanny.
Mathhias Bätzel (Piano)
Wolfgang Schneider (Schlagzeug)
Henning Protzmann (Bass)
Andreas Bicking (Flöte, Saxophon)
Weitere Termine: 20. November: Musikhalle Hamburg, Beginn 20 Uhr
Lesen Sie dazu bitte diesen Artikel. 20. November: "I Musici di Roma"
Konzerthaus Dortmund , Beginn 20 Uhr
1952 trafen sich zwölf Instrumentalmusiker in Rom und gründeten ein bis heute überaus erfolgreiches Kammerorchester. Sie spielen ohne Dirigenten, wobei jedes Mitglied zuweilen als Solist fungiert. Auf dem Programm stehen das Concerto grosso in F-Dur, op.6 Nr. 2 von Arcangelo Corelli, zwei Werke Antonio Vivaldis: das Doppelkonzert in d-moll für Viola d'amore, Laute und Basso continuo und "Die vier Jahreszeiten" und schließlich Mauro Giulianis Konzert für Gitarre und Streicher in A-Dur op. 30 Nr. 1.
Unterstützt werden die Musici vom bekannten spanischen Gitarrenvirtuosen Pepe Romero.
Weitere Termine:
21. November: Hamburg, Musikhalle, Beginn 20 Uhr
22. November: Lübeck, Musik-Kongresshalle, Beginn 20 Uhr
zur Homepage 21. bis 23. November: "Berliner Philharmoniker"
Philharmonie Berlin , Großer Saal, Beginn 20 Uhr
Mit Richard Strauss' "Eine Alpensymphonie" und Mozarts Klavierkonzert Nr. 17 G-Dur präsentieren die Berliner Symphoniker ein für die Jahreszeit ungewöhnlich fröhliches Programm. Geleitet werden die Philharmoniker von Bernard Haitink, der erst vor kurzem die Nachfolge des verstorbenen Giuseppe Sinopoli als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden antrat. Solist ist der vielfach ausgezeichnete rumänische Pianist Radu Lupu.
zur Homepage 21. November und 22. November: "Radio Symphonie Orchester Frankfurt"
Alte Oper Frankfurt , Beginn 20 Uhr
Unter der Leitung seines Schülers Hugh Wolff, Chefdirigent des Radio Symphonie Orchesters, spielt der berühmte Konzertpianist Leon Fleischer Ravels Klavierkonzert für die linke Hand. Kein anderer Pianist interpretiert das einhändige Stück wie Leon Fleischer, bei dem 1964 auf dem Höhepunkt seiner Karriere eine plötzliche Lähmung der rechten Hand auftrat. Seit 1995 kann der Künstler wieder beidhändig konzertieren. Erweitert wird das Programm um Felix Mendelsohn Bartholdys "Meeresstille und eine glückliche Fahrt", einer Vertonung zweier Gedichte Goethes, und der 1. Symphonie von William Walton.
zur Homepage Ausstellungseröffnungen16.11.2002 bis 9.2.2003: "Vincent Weber - Der künstlerische Lebensweg eines Bauhäuslers"
Staatliche Kunstsammlungen Weimar
Anlässlich seines 100. Geburtstages gibt die Ausstellung erstmals einen geschlossenen Überblick über das künstlerische Schaffen von Vincent Weber (1902-1990). Mehr als 150 Werke - Gemälde, Handzeichnungen, Druckgrafiken, Collagen, Glasfensterentwürfe und Arbeiten aus der Metallwerkstatt des Bauhauses - machen siebzig Jahre künstlerischer Tätigkeit erlebbar. Zugleich öffnet dieses Werk den Blick auf die deutschen und internationalen Kunstentwicklungen im 20. Jahrhundert zwischen Abstraktion und Figuration.
zur Homepage 15.11.2002 bis 23.2.2003: "Schöne Rahmen. Aus den Beständen der Berliner Gemäldegalerie"
Gemäldegalerie Berlin
In der Ausstellungsreihe der Gemäldegalerie "Bilder im Blickpunkt" stehen einmal nicht die Bilder, sondern die Rahmen im Mittelpunkt. Anhand einer Auswahl prägnanter Beispiele wird die Entwicklung des Rahmenbaus im Laufe der Jahrhunderte nachvollzogen.
Als einer der ersten Museumsdirektoren förderte Wilhelm von Bode (1845-1929) die Rahmung von Bildern mit solchen Rahmen, die den Charakter der Malerei am besten unterstreichen.
zur Homepage 16.11.2002 bis 12.1.2003: "Drehen, kreisen, rotieren. Kunst in Bewegung"
Pfalzgalerie Kaiserslautern
Kinetische Kunst hat die Bewegung an sich zum Gestaltungsprinzip. Zu ihren Prototypen zählen die Mobiles von Alexander Calder. Ein weiterer Hauptvertreter der Kinetik, Nicolas Schöffer, war seit 1936 in Paris tätig und schuf Konstruktionen, in denen räumliche und dynamische Elemente eine Synthese bilden. Hartmut Böhm, Leo Erb und Heinz Mack repräsentieren die 60er Jahre.
Zeitgenössische Positionen, die sich mit vielfältigen Aspekten der Drehbewegung auseinandersetzen, sind unter anderem präsent in den Werken von Ursula Neugebauer, Dieter Jung oder Siegfried Kreitners.
zur Homepage 17.11.2002 bis 2.3.2003: "Neue Wilde aus der Sammlung Martin Sanders"
Ludwigmuseum im Deutschherrenhaus, Koblenz
Der New Yorker Geschäftsmann Martin Sanders trat zu Beginn der 80erJahre in Kontakt mit der jungen Berliner Kunstszene, die vor allem in der "Galerie am Moritzplatz" die Öffentlichkeit aufrüttelte. Mit dem Etikett "Neue Wilde" traten diese deutschen Maler im internationalen Wettbewerb an. Für einige unter ihnen entdeckte Sanders seine Sammelleidenschaft und blieb ihnen in Freundschaft verbunden: Bach, Castelli, Chevalier, Fetting, Hoedicke, Hornemann, Lüpertz, Middendorf und Salomé. Seine Sammlung ist deshalb nicht nur Zeugnis der "wilden" 80er, sondern auch von persönlichen Reminiszenzen geprägt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld
zur Homepage 22.11.2002 bis 9.3.2003: "Uhren aus fünf Jahrhunderten"
Museum Huelsmann, Bielefeld
Aus dem Besitz des Hessischen Fürstenhauses
Aus ihrem reichen Schatz von Uhren hat die Hessische Hausstiftung 60 besonders wertvolle Exemplare ausgesucht, die sie nun in einer Sonderschau präsentiert. Die frühesten Beispiele kommen aus dem 16. Jahrhundert, die späten Beispiele datieren in den Jugendstil. Die meisten der Exponate stammen aus Familienbesitz und waren ursprünglich in den Residenzen der Landgrafen, Kurfürsten und Großherzöge von Hessen aufgestellt. Andere Uhren sind schon als Sammlerstücke erworben worden, wie etliche aus dem ehemaligen Besitz von Kaiserin Victoria. Viele der gezeigten Uhren "leben" noch, so dass der Besucher der Ausstellung es ticken und zur vollen Stunde schlagen hört. Ein eindrucksvoller Beweis des Zusammenwirkens von Kunst und Technik.
zur Homepage 24.11.2002 bis 16.2.2003: "Edvard Munch: 1912 in Deutschland"
Kunsthalle Bielefeld
Die Ausstellung des Kölner Sonderbunds 1912 enthielt einen Ehrensaal mit einer Retrospektive von 32 Gemälden Edvard Munchs. Mit seinen Porträts, Landschaften und symbolischen Darstellungen kam dem norwegischen Maler die Rolle des bedeutendsten lebenden Künstlers neben Picasso zu. Diese Ausstellung behandelt ein Stück Kunstgeschichte kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Munch wird zu einem Zeitpunkt berühmt, wo er das Landleben sucht und menschliche Nähe meidet. Während er seine Lehr- und Wanderjahre für abgeschlossen hält und diese Ergebnisse schicksalhaft als Absturz begreift, nimmt das Publikum seine Motive und seine kontinuierlich junge Maltechnik begierig als künstlerischen Höhenflug auf.
zur Homepage Lesungen15. November: Jürgen Teipel "Verschwende Deine Jugend"
Schlachthof Wiesbaden , Beginn 19 Uhr
"Verschwende Deine Jugend" ist ein Doku-Roman zum deutschen Punk und New Wave. In dem Buch erzählen wichtige Protagonisten dieser Szene, wie durch die englische Punk-Explosion von 1977 zum ersten Mal auch eine deutschsprachige Popkultur möglich wurde, wie Musik und Haltung der Neuen Welle auf Literatur und Malerei ausstrahlten und wie diese blühende Subkultur in der Fun-Kultur der Neuen Deutschen Welle ihr Ende fand.
Jürgen Teipel hat Gespräche mit über hundert Akteuren geführt und die Antworten zu einem spannenden Text zusammengefügt. Zu Wort kommen nicht nur Musiker von Bands wie DAF, Fehlfarben, Einstürzende Neubauten, Liasons Dangereuses, Palais Schaumburg, Mittagspause, KFC und vielen mehr, sondern auch Künstler wie Nina Hagen, Campino, Markus Oehlen, Thomas Meinecke, Peter Glaser oder Ben Becker.
Teipel wird die Lesung mit O-Tönen, Fotos, und vielen Musikbeispielen unterlegen.
zur Homepage 16. November: Rafik Schami - "Eine Reise nach Damaskus"
St. Johannis, Hamburg-Harvestehude , Beginn 20 Uhr
Der Syrer Rafik Schami ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Seine Texte entstehen im Spannungsfeld zwischen Realität und Phantasie, zwischen politischer Kritik und orientalischer Lebensweisheit. Ein kunstvoller Wanderer zwischen den Welten, der es versteht, aktuell und doch immer allgemeingültig zu erzählen. Schami, Claus Bantzer an Orgel und Klavier und der Harvestehuder Kammerchor verweben Literatur und Musik zu einem schillernden Stoff und verwandeln den Kirchenraum von St. Johannis in einen Ort der Märchen und Träume.
Rafik Schami, in Damaskus geboren, lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Erst Fabrikarbeiter, dann promovierter Chemiker und Pharmazeut, wandte er sich schließlich ganz der Literatur und der deutschen Sprache zu. Mit Werken wie "Die Sehnsucht der Schwalbe" oder "Mit fremden Augen" zählt er zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren. Seine Werke wurden in 22 Sprachen übersetzt.
www.st-johannis-hh.de
www.literaturhaus-hamburg.de 20. November: Arnold Stadler - "Sehnsucht. Versuch über das erste Mal"
Museum Küppersmühle, Duisburger Innenhafen, Beginn 19:30 Uhr
Von Berlin kommend, ist der Erzähler unterwegs in die Lüneburger Heide. Bei Schnackenburg an der Elbe entdeckt er zwei bei der Liebe und wird zum Voyeur, in Bleckede "(langes E wie in ‚Leben' und ‚eben')" hält er einen Vortrag und bei Fallingbostel trifft er in der Wellness-Landschaft einer Dreisterne-Anlage Angelika wieder, seine erste Liebe. Der Sehnsuchtssog führt ans Meer - und damit zurück in die Erinnerung an den letzten Sommer der Jugend.
Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch/Baden geboren und wuchs auf einem Bauernhof im Nachbardorf Rast auf. Er studierte katholische Theologie und Germanistik in München, Rom, Freiburg und Köln. Nach ausgedehnten Reisen, die ihn nach Südamerika, in den Nahen und Fernen Osten führten, machte Stadler in den achtziger Jahren das Schreiben zu seinem Beruf. 1999 erhielt er den Georg Büchner-Preis.
zur Homepage 20. November: Adolf Muschg - "Das gefangene Lächeln"
Buchhandlung Lipsius und Tischer, Kiel , Beginn 20 Uhr
"Kannst du dir vorstellen, dass ich nie einen Menschen geliebt habe?" Sein eigener Schrei ist es, der Josef, bis vor kurzem Herr einer Hotelkette, überrascht: Sein Enkel John stellt die Krippenfiguren im Spiel anders auf, als es die Weihnachtserzählung vorschreibt - und aus der Heiligen Familie wird eine Szene intimer Gewalt. Das Erschrecken darüber deckt eine Geschichte auf, die nicht vergangen ist. Hat Josef vor bald fünfzig Jahren die Frau, die er zu lieben glaubte, umgebracht?
Adolf Muschg, 1934 in Zollikon geboren, lebt in Zürich. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Grimmelshausen-Preis und dem Büchner-Preis.
zur Homepage 21. November: "Live-Chat mit Rosa von Praunheim" auf arte-tv.com
Zu seinem 60. Geburtstag widmet ARTE dem homosexuellen, engagierten Filmemacher Rosa von Praunheim am 21. November um 22 Uhr einen Themenabend und einen Live-Chat. Zu Beginn der Sendung wird Rosa von Praunheim Fragen beantworten. Hauptthemen des Chats sind seine Filme und sein Engagement für die Rechte der Homosexuellen. Die Fragen und Kommentare können Sie schon jetzt zuschicken.
arte-tv.com/vonpraunheim 24. November: Thomas Hettche - "Der Fall Arbogast"
Kundenhalle der Sparkasse Gießen , Beginn 11 Uhr
"Sie lachte wie über etwas, das sie gerade entdeckt hatte, und sah sich nach ihm um. Er ging auf dieses Lachen zu und ließ dabei die beiden Flügel der Schwingtür langsam über die offenen Handflächen gleiten und dann sehr vorsichtig los. Es gab nahezu kein Geräusch, als die Tür zurückschwang, er in den Dämmer des Abends hinaustrat und in ihr Lachen hinein. Immer würde er sich später an diesen Moment der Stille erinnern und wie das kühle und glatte Holz der Türblätter über seine Hand wischte, als ermunterte man ihn. Das war der Moment, als es begann."
Essayist, Journalist und Romanautor Thomas Hettche überschreitet die Grenzen des Genre-Krimis. Willfähriges Opfer, schuldloser Täter: Gut und kein Böse sind hier nicht fest definiert, nach einer eindeutigen Wahrheit kann der Leser suchen.
zur Homepage 24. November: Evelyn Grill - "Ins Ohr"
Theater Freiburg , Beginn 20:30 Uhr
"Zu unserem 20. Hochzeitstag hatte mich mein Mann zu einem feinen Abendessen eingeladen. Als mein Mann das Glas hob und sagte: ‚Ich nehme die heutige Gelegenheit wahr, dir zu sagen, dass ich die Absicht habe, mich von dir zu trennen. Deshalb möchte ich mit die auf die Jahre anstoßen, die noch vor uns liegen und die wir getrennt voneinander verbringen werden', glaubte ich, dass es sich dabei nur um einen schlechten Scherz handeln konnte und lachte etwas forciert."
Ins Ohr" ist das Protokoll einer Frau im Umbruch und im Aufbruch. Evelyn Grill legt die seelischen und körperlichen Befindlichkeiten dieser Frau frei. Die Autorin beschreibt Momente von Hoffnung, Enttäuschung, Verliebtheit, Selbstzweifel, Größenwahn, zeichnet das Diagramm einer Frau in den besten Jahren. Die Erzählung "Ins Ohr" erschien im Oktober 2002 im Suhrkamp Verlag
www.theater-freiburg.de
www.suhrkamp.de Kommentare und Anregungen sind herzlich willkommen: kulturbrief@zeit.de Bestellen Sie hier den Kulturbrief und lassen Sie sich jeden Freitag über wichtige Premieren, Lesungen und Ausstellungen informieren, selbstverständlich kostenlos.
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