19.7. bis 14.9.2003: "True Fictions. Inszenierte Fotokunst der 1990er Jahre"
Stadtgalerie Saarbrücken
Bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts sah die Foto-Ästhetik vor, einen Ausschnitt der Realität darzustellen, ohne das entstehende Bild zu bearbeiten oder zu verändern. Dann etablierte sich eine neue Bildauffassung, nach der die Fotografie nach der Ablichtung weiter bearbeitet wird - die "Inszenierte Fotografie". Hintergrund war zum einen die wachsende Skepsis gegenüber den dokumentarischen Fähigkeiten der Fotografie, zum anderen der fortschreitende Einsatz technischer Mittel, mit deren Hilfe der Fotograf das Bild manipulieren - und damit Wirklichkeit "herstellen" - konnte.
Die Ausstellung umfasst Fotografien international führender Fotokünstler wie Cindy Sherman, Wolfgang Flatz, Tracey Moffatt, Jeff Wall oder David Byrne; daneben Arbeiten junger Künstler, die das Medium um neue Themen und Techniken bereicherten.
www.stadtgalerie.de

19.7. bis 21.9.2003: Július Koller. "Universálne Futurologické Operácie"
Kölnischer Kunstverein
Seit Mitte der 60er Jahre schafft Július Koller in seiner künstlerischen Praxis einen "kulturellen Prozess". Diese international erste Einzelausstellung zeigt in Schriftbildern, Objekten, Collagen, Fotoarbeiten, Manifesten und einer Videodokumentation von den 1960er Jahren bis heute Versuche utopischer Raumaneignung. Sie ist gemeinsam mit dem jungen Künstler Roman Ondák konzipiert worden, der 2004 selbst mit einer Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein vertreten ist.
www.koelnischerkunstverein.de

19.7.2003 bis 18.1.2004: "Leben unter dem Halbmond. Die Wohnkulturen der arabischen Welt"
Vitra Design Museum Berlin
Die Bewohner arabischer Länder wie Marokko, Syrien und der arabischen Halbinsel wohnen ganz unterschiedlich - von den Nomadenzelten der Tuareg und Beduinen über marokkanische Kasbahs, prächtige Hofhäuser in großen Städten wie Marrakech, Damaskus und Kairo bis hin zu Gebäuden des 20. Jahrhunderts von Architekten wie Hassan Fathy, Elie Mouyal oder Abdelwahed El-Wakil. Besucher können anhand von Architekturmodellen und begehbaren Räumen die verschiedenen Bauten erleben. Keramiken, Textilien, Werkzeuge und Architekturelemente veranschaulichen die Lebensgewohnheiten.
Zur Ausstellung findet am 25./26. Oktober eine internationale Konferenz statt, bei der Experten die aktuellen Fragestellungen im Hinblick auf die arabische Architektur und Wohnkultur untersuchen.
www.design-museum.de

24.7. bis 5.10.2003: "Tom Sachs. Nutsy's"
Deutsche Guggenheim Berlin
Die Installation "Nutsy's" ist die erste Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Tom Sachs in Europa - ein ca. 400 qm großer Themenpark mit skulpturalen, mechanischen und medialen Elementen, die von einer durch die gesamte Installation führenden Straße verbunden sind. Mit seinem Team konzipierte Tom Sachs eine Welt der Kultur, des Konsums und der Ironie. Überwachungskameras beobachten die Besucher dabei, wie sie sich durch die in Kniehöhe aufgebaute Rennstrecke bewegen, auf der ferngesteuerte Modellautos um originalgetreue, im Maßstab 1:25 gefertigte Nachbildungen von berühmten Gebäuden Le Corbusiers und Möbeln Mies van der Rohes rasen. In diesem modernistischen Skulpturenpark lässt Tom Sachs den Besucher aktiv werden und entdecken.
www.deutsche-guggenheim-berlin.de

26.7. bis 12.10.2003: "Robert Filliou. J. Beuys, M. Broodthaers, D. Spoerri" Museum Kunst Palast Düsseldorf
Robert Filliou (1926 bis 1987) war Mitglied der Fluxus-Bewegung und wirkte in Frankreich, Dänemark und Deutschland. Er verweigerte sich stets dem Starkult und arbeitete lieber in Gemeinschaft, als dass er für ein Werk die alleinige Autorenschaft beanspruchte. Unter anderem zählten Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Dieter Roth und Daniel Spoerri zu Fillious unmittelbaren Umfeld. Der intensive künstlerische Austausch reichte bis zur Produktion gemeinsamer Werke.
Filliou bezeichnete die Verbindung von Poesie und Kunst als die wichtigste Errungenschaft der Moderne. Er selbst lässt sich nur schwer auf ein bestimmtes Medium beschränken: Der Autor von Theaterstücken und Gedichten begann in den 60er Jahren bildnerisch zu arbeiten. Aus seinen ‚Suspense Poems' entwickelten sich vielteilige Wandarbeiten.
Die Ausstellung zeigt Hauptwerke aus internationalen Museen und privaten Sammlungen sowie das komplette filmische Oeuvre, Installationen und Werkserien ("Principe d'équivalence", "Recherche sur l'origine", "Eins. Un. One", "Joint works"), begleitet von einer umfangreichen Dokumentation. Viele Werke werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
www.museum-kunst-palast.de

Autoportrait II, 30 novembre 1966, Marker auf Papier

26.7. bis 19.10.2003: "Jean Dubuffet - Spur eines Abenteurers"
Rupertinum Salzburg
Rund 120 Arbeiten auf Papier, Gemälde und Skulpturen gewähren einen Einblick in das vielfältige Schaffen Jean Dubuffets (1901-1985), der wie kaum ein anderer französischer Künstler die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte. Die Salzburger Präsentation reicht von den 1940er Jahre (als Dubuffet beginnt, mit - aus damaliger Sicht - "kunstfremden" Materialien zu arbeiten) über den zeitlich längsten und umfangreichsten Werkzyklus, "Hourloupe" (1962-1974), bis zu seinem Spätwerk in den 1980er Jahren. Anhand von Schlüsselwerken wird die für Dubuffet kennzeichnende Spannung zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufgezeigt, die sich aus dem Gegensatz von Material und Abbild ergibt. In Zusammenarbeit mit dem Solomon R. Guggenheim Museum New York und der Fondation Jean Dubuffet, Paris.
www.rupertinum.at
© (c) coll. Fondation Dubuffet, Paris