Belletristik

Von Ulrich Greiner

Thomas Mann: Der Zauberberg; Roman; S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1952; 1001 S., 15,– Euro

"Die Geschichte Hans Castorps, die wir erzählen wollen, – nicht um seinetwillen (denn der Leser wird einen einfachen, wenn auch ansprechenden jungen Mann in ihm kennenlernen), sondern um der Geschichte willen, die uns in hohem Grade erzählenswert scheint (wobei zu Hans Castorps Gunsten denn doch erinnert werden sollte, daß es seine Geschichte ist, und daß nicht jedem jede Geschichte passiert): diese Geschichte ist sehr lange her, sie ist sozusagen schon ganz mit historischem Edelrost überzogen und unbedingt in der Zeitform der tiefsten Vergangenheit vorzutragen." Mit diesem grandios langen und vergangenheitsseligen Satz leitet Thomas seinen vielleicht schönsten Roman ein, den Zauberberg. Sie kennen ihn längst? Schade. Dann können Sie diesen Nachdruck der Ausgabe von 1952 mit dem altmodisch schönen Titel an jemanden verschenken, der ihn noch nicht kennt.
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Johann Wolfgang Goethe: Faust; Kommentar von Albrecht Schöne; Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003; 2 Bände, zus. 1976 S., 49,90 Euro

"Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten! / Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. / Versuch’ ich wohl euch diesmal fest zu halten? / Fühl’ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt? / Ihr drängt euch zu! Nun gut, so mögt ihr walten, / Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; / Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert / Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert." So leitet Goethe seinen Faust ein. Sie kennen ihn längst? Wer’s glaubt… Wenn Sie den berühmten, nichts auslassenden, alles aufs Wunderbarste erklärenden Kommentar Albrecht Schönes lesen, dann sehen Sie, dass Sie den Faust eben doch nicht kennen.
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von Elisabeth von Thadden