Hermann Hesse hat einmal gesagt: "Was der Künstler sich wünscht, ist ja nicht Lob, sondern Verständnis für das, was er angestrebt hat, einerlei, wie weit sein Versuch gelungen sei." Dass es Kunstschaffenden - ganz gleich, was sie sich von der Gesellschaft wünschen - ebenso ein Anliegen ist, den Menschen etwas zu geben, beweist die Ausstellung "Art meets Charity", die für wenige Tage im Hamburger Levantehaus zu sehen ist. Zum fünften Geburtstag des "Hamburg Leuchtfeuer Hospizes" haben rund 80 deutsche und internationale Künstler - bekannte Größen sowie viel versprechende Nachwuchstalente - Werke gestiftet, die am 16. Oktober für einen guten Zweck unter den Hammer kommen. Konrad Stöckel vor seinem Werk "Stimmung"

"Wir sind sehr gerührt über das Engagement der Künstler", sagte "Leuchtfeuer"-Sprecher Josef Reppenhorst zur Ausstellungseröffnung. "Hamburg Leuchtfeuer", eine Tochtergesellschaft der Aids-Hilfe Hamburg, hat es sich zum Ziel gesetzt, kranken Menschen Lebensqualität und Selbstbestimmung zu bewahren. Das Hospiz im Stadtteil St. Pauli bietet Schwerkranken und Sterbenden einen Raum für ein würdevolles Leben und Abschiednehmen. Über 300 Bewohner im Alter von 21 bis 92 Jahren haben die geschulten Mitarbeiter in den vergangenen fünf Jahren gepflegt und begleitet. "Tod und Sterben - das ist kein Thema, das sich in der breiten Gesellschaft abspielt", sagte Rappenhorst. Kunst könne hier eine Brücke schlagen, denn sie sei "ein guter Kommunikator, für das, was wir im Hospiz tun." Da sich die Arbeit zu großen Teilen über Spenden finanziert, ist die Einrichtung stets auf Unterstützung angewiesen. Im Fall von "Art meets Charity" hat sie diese beim Hamburger Kreditkarten-Herausgeber Barclaycard und dem Internetportal Lycos gefunden. Die beiden Unternehmen haben die Ausstellung sowie die Auktion initiiert, deren Erlös vollständig in die Kasse des Hospizes fließt.

Damit die Benefizaktion ein Erfolg wird, haben sich die Veranstalter ins Zeug gelegt. 116 Werke - Gemälde, Fotographien und Skulpturen der unterschiedlichsten Stilrichtungen - konnten sie sammeln. Da gibt es nicht nur einen Horst Janssen neben Zeichnungen von Wolfgang Joop. Arbeiten von Ruppert Rosenkranz laden ebenso zum Mitbieten ein, wie ein Kunstwerk von Irena Vezin oder Fotographien von Frank Wartenberg und Henning von Berg. Aufmerksamkeit dürfte auch die Gabe des Comedians und Entertainers Konrad Stöckel erwecken. Stöckel, der die Guinness-Buch-Weltrekorde im "Steine auf den Kopf schlagen" und im "Wäscheklammern ins Gesicht heften" hält, hat eine glitzernde Konfetti-Leinwand gestiftet, die mit schwarzem und goldenen Autolack besprüht ist.

Die Kunstwerke, deren Mindestgebote zwischen 40 und 2000 Euro liegen, beeindrucken gerade durch die große kreative Vielfalt. Diese Vielfalt deutet nicht nur auf die breite Künstlerschaft hin, die bereit ist, Gutes zu tun. Sie ist ein Sinnbild für die vielen Menschen, die hinter "Hamburg Leuchtfeuer" stehen. Aber auch für all diejenigen, die im Hospiz einen Platz gefunden haben und dem Haus ein Gesicht verleihen.

Zur Info: Bis zur Auktion am 16. Oktober um 20 Uhr können die Kunstwerke im Obergeschoss des Levantehauses, Mönckebergstraße 7, besichtigt werden. Außerdem sind sie im Internet unter www.lycos.de/entertainment/artmeetscharity/ zu sehen. Dort werden auch Auktionsgutscheine im Wert von 300 Euro verlost.