17. bis 25. Oktober: "20. französische Filmtage Tübingen und Stuttgart"
Die schwäbische "fête du film" ist zum festen Treffpunkt für junge Filmemacher aus Frankreich geworden. In der Hauptsektion des Festivals werden allein 19 aktuelle französischsprachige Produktionen gezeigt, darunter "Les invasions barbares" des kanadischen Regisseurs und Goldene-Palme-Gewinners Denys Arcand und der letzte Film der kürzlich verstorbenen Marie Trintignant, "Les marins perdus" von Claire Devers. Daneben bewerben sich zwölf Nachwuchs-Regisseure um den Publikumspreis "Fliegende Kamera". Den afrikanischen Film repräsentieren Filmemacher aus Burkina Faso. Eine zehnteilige Retrospektive ist dem Autorenfilmer Jacques Doillon ("Le jeune Werther", "Le petit criminel") gewidmet. Sechs Maigret-Verfilmungen, unter anderem "La maison du canal" (F/BEL/CH 2003) und "L' horloger de Saint Paul" (F 1973) bilden eine Hommage an Georges Simenon.
www.filmtage-tuebingen.de

17. bis 29. Oktober: "Viennale"
Das größte internationale Filmfestival in Österreich wirbt mit einem Stierkopf auf seinen Plakaten. Das Symbol ist Programm: Kraftvolles Kino soll geboten werden. Aktuelle Spielfilmproduktionen wie "Dogville" von Lars von Trier sind zu sehen, außerdem ist eine Retrospektive auf die Erneuerungsbewegungen im japanischen Kino der sechziger und siebziger Jahre geplant. In Specials werden der amerikanische Regisseur Warren Beatty mit "Reds", "Dick Tracy" und "Bulworth" und der Dokumentarfilmer Emile de Antonio mit "In the Year of the Pig" geehrt. "News from Home" richtet das Augenmerk auf rund zwanzig Kurz- und Langfilme aus Österreich, darunter "Böse Zellen" von Barbara Alberts. Allein 41 Dokumentarfilme bietet das Festival, beispielsweise "Kenedi Comes Back Home" von Zelimir Zilniks und Thom Andersens "Los Angeles Plays Itself".
www.viennale.at

22. bis 26. Oktober 2003: "37. Internationale Hofer Filmtage 2003"
Die Hofer Filmtage gelten als Stimmungsbarometer des deutschen Filmschaffens. Vor allem junge Talente bekommen die Chance, ihre neuen Produktionen vorzustellen: Diesen Herbst wird etwa Michael Schorr seinen Spielfilm "Schultze gets the Blues" zeigen, der auf den Filmfestspielen von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury in der Reihe "Controcorrente" ausgezeichnet wurde.
Gleich mehrere kanadische Produktionen sind im Rahmen des internationalen Programms zu sehen. "La Turbulence des Fluides" von Manon Briand, "Gaz Bar Blues" von Louis Bélanger und "Marion Bridge" der deutschen Regisseurin Wiebke von Carolsfeld, der als bester Erstlingsfilm 2002 in Kanada ausgezeichnet wurde. Daneben präsentieren sich österreichische und schweizerische Filmemacher mit zahlreichen neuen Werken.
Neben Dokumentarfilmen wie "Die Kinder sind tot" von Alerun Goette und "Flüssig" von Thomas Struck ist ein Überblick über das Werk des deutsch-amerikanischen Regisseurs und Schauspielers Ulli Lommel geplant.
Insgesamt fünf Preise werden auf den Internationalen Hofer Filmtagen vergeben, darunter der "Eastman Förderpreis" für Nachwuchsregisseure und der "Preis für visuelle Filmkritik".
www.hofer-filmtage.de

23. Oktober bis 2. November 2003: "Afrique noire II"
Schlachthaus Theater Bern , Kulturhallen Dampfzentrale, Kornhaus Bibliothek, Kino Cinématte
Eine Entdeckungsreise in die zeitgenössische schwarzafrikanische Kunst ohne Klischees verspricht die zweite Auflage des Festivals "Afrique noire". Einen neuen Blick auf den afrikanischen Tanz will die Choreographin Béatrice Kombé von der Elfenbeinküste eröffnen: Sie spielt mit der Tradition und nutzt sie in ihren Produktionen als Zuflucht vor der Modernität und der Zerrissenheit der afrikanischen Identität, zum Beispiel in "Geêmé" ("Zusammen"). Kombé, Tochter eines Lehrers für rituellen Tanz, und ihre weibliche Kompagnie Tchétché haben sich durch ihren kraftvollen Stil einen hohen Bekanntheitsgrad ertanzt.
Neben fünf Tanzproduktionen sind auch die anderen kulturellen Sparten wie Musik, Literatur, Film und Theater vertreten.
www.schlachthaus.ch

24. und 25. Oktober 2003: "Dialog '03"
Alte Kaserne Winterthur
Das "Festival für Musik und Bild an der Schnittstelle Digital/Analog" ist ein Paradies für experimentierfreudige Tonjunkies: Wer die neuesten Schwingungen fühlen will, ist hier richtig. Einen surrealistischen Einstieg bietet die Neuvertonung des filmischen Meisterwerks von Salvador Dalí und Luis Buñuel, "Un chien andalou", durch Nico Spahni und Martin Rejzek. Weiter geht es in die Freitag Nacht mit groovendem Minimal-Techno und Harddisco-Pop unter Einfluss von Sibelius, Ennio Morricone und Pink Floyd. Fünf Berliner Projekte, darunter die New-Wave-Elektropunkerin Nora Below und "electronicSat" bestreiten den Samstag. Am Sonntag machen Studenten der Hochschule für Gestaltung Zürich aus den Räumen der Alten Kaserne einen "Digitalen Salon".
www.dialog-festival.ch

24. bis 26. Oktober 2003: "6. Internationales Festival für Stummfilm und Musik"
Berlin , Cinemaxx am Potsdamer Platz und Filmmuseum Potsdam
"Komödiant verkannt" - unter diesem Motto werden alte Filme von Max Linder und Ernst Lubitsch gezeigt. Der in Frankreich als Gabriel Leuvielle geborene Max Linder (1883-1925) war einer der ersten Komiker im Film. Seine Karriere begann bereits im Europa der Belle Epoque: Vom einfachen Darsteller wurde er zum Regisseur und Autor der eigenen Filme. Besonders beliebt war Linders Schöpfung Max, ein verwirrter Dandy, dessen Abenteuer bereits an die Komik der späteren Charlie-Chaplin-Filme erinnert. Das Leben von Max Linder endete tragisch: 1925 beging er gemeinsam mit seiner Frau Selbstmord. Das Festival zeigt die Filme "The three Must-Get-Theres - Die drei Musketiere" (USA 1922), "Les Surprises de l'Amour" (F 1909) und "La Vengeance du Bottier" (F 1909).
Ernst Lubitsch (1892-1947) arbeitete sich von kleinen Eigenproduktionen zum Produktionschef von "Paramount" empor. Seinen Filmen liegt die Auffassung zugrunde, dass der Zuschauer stets nach einer Welt des schönen Scheins verlange. Der Lubitsch-Film "Als ich tot war" (1916) wurde noch nie in Deutschland gezeigt - und erlebt auf dem Festival für Stummfilm und Musik eine verspätete Premiere.
www.cinemaxx.de
www.filmmuseum-potsdam.de

24. Oktober bis 2. November 2003: "Drittes Ufer"
Deutzer Brücke, Köln
Parallel zur Moderne-Kunst-Messe "Art Cologne" verwandelt sich der Hohlkasten in der Deutzer Brücke in ein Multimedia-Festival. Ausstellungen, Workshops und Podiumsdiskussionen sollen künstlerische Wahrnehmungserfahrungen thematisieren.
Die Veranstalter haben den 437 Meter langen nachtschwarzen Innenraum über dem Rhein bewusst als Ort fernab der Institutionen des Kunstbetriebs ausgesucht. Holographieobjekte von Brigitte Burgmer, Videoprojektionen und -kompositionen, Laserinstallationen und Malerei sollen aus dem Hohlkasten eine neue Art von Denk- und Erfahrungsraum machen.
Vermittlung von Kunst steht also im Vordergrund. Aber darf der Künstler sich überhaupt in diesen Vermittlungsprozess einmischen? Oder endet seine Aufgabe nach der "Produktion" des Kunstwerks? Dies und mehr soll in den geplanten Podiumsgesprächen debattiert werden.
www.drittes-ufer.de