Elf dunkle Gestalten treten auf die Bühne. Die Schultern hochgezogen, die Köpfe unter schwarzen Kapuzen versteckt. Drei positionieren sich in der Mitte, die anderen verschwinden hinter ihren Instrumenten. Im Hintergrund leuchtet die angedeutete Skyline von Berlin. Leichter Nebel steigt auf. Und dann kommt der Beat. Seeed© Warner Music

Kaum eine Band weiß ihren Platz auf der Bühne so zu behaupten wie Seeed. Die elfköpfige Combo aus Berlin schafft es seit zwei Jahren, Dancehall- und Roots-Reggae vor ausverkauften Hallen zu performen. So auch am 3. Oktober im Kölner Palladium.

Noch immer in schwarze Gewänder gehüllt, beginnt die Band mit einem Medley einiger Seeed-Hits, das mit lauten Sirenen und grellem Licht endet. Die schwarzen Gewänder werden abgelegt, der Nebel löst sich auf. Seeed zeigt sein Gesicht.

"Wir sind Seeed, und das ist unser Gebiet. Singende Caballeros auf ´nem bombigen Beat." Schon nach wenigen Minuten wird klar, was diese Zeile aus dem Song "Dancehall Caballeros" des ersten Albums "New Dubby Conquerors" bedeutet. Die drei Sänger Pierre Baigorry, Frank Dellé und Demba Nabé sind eine Einheit, die ihresgleichen sucht. Ob mehrstimmig oder unisono, immer singen sie druckvoll und energiegeladen die deutschen und englischen Texte. Mal übernimmt der eine einen Refrain, mal singt ein anderer alleine die Strophe. Unterstützt durch eine Bläsersektion aus Saxophon und Posaune und teils elektronischen, teils live gespielten Rhythmen ertönt der typische Sound dieser Band.

Doch nicht nur musikalisch ist Seeed ein mitreißender Gastgeber. Die drei Frontmänner haben neben ihren Stimmen auch eine Reihe choreografischer Einlagen geübt, was das Konzert zu einem wahren Bühnenspektakel macht.

Dass Seeed live überzeugt, ist kein Wunder. Denn am Anfang der Geschichte stand die Idee einer "Marching Band", die zum Karneval der Kulturen in Berlin ins Leben gerufen wurde und etwas Ungewöhnliches vorhatte: Mit Trommlern, Bläsern und mehreren Sängern wollten die Initiatoren, allen voran Pierre Baigorry, live Dancehall-Musik spielen. Aus technischen Gründen ist das Projekt dann nicht weiter verfolgt worden. Die Mitglieder von Seeed aber hatten sich gefunden.