Starker Tobak auf der Rickmer Rickmers: Bernhard Lassahn und Mathias Lück erzählen und singen von Käpt'n Blaubär und seiner Crew. Die Landungsbrücken sind an diesem sonnigen Sonntagmorgen voller Menschen. Aber es bleibt keine Zeit zum Bummeln. Auf der Rickmer Rickmers, dem im Hafen liegenden Museumsschiff, findet heute die "Käpt'n Blaubär"-Lesung von Mathias Lück und Bernhard Lassahn statt. Ein tolles Ambiente für die Veranstaltung, soviel ist sicher.Obwohl eigentlich im Kinderprogramm aufgeführt, sind mehr Erwachsene als Kinder gekommen. Die Stimmung ist ausgelassen und unbeschwert. Die großen Stoffpuppen von Käpt'n Blaubär und seinen drei Enkeln weisen auf das Thema hin. Da fehlt doch aber einer - wo ist Hein Blöd? Als erstes betritt Mathias Lück die Bühne und übt den Original-Seemannsgruß ein. Kein Problem: "Ahoi".
Dann kommt Bernhard Lassahn mit der Hein-Blöd-Puppe herein. Er, beziehungsweise Hein Blöd, begrüßt die Kinder per Handschlag. "Soll ich euch die Geschichte erzählen, in der Hein Blöd Plattfische bügelt oder die Geschichte, in der Käpt'n Blaubär die Pommes frites erfindet?", fragt Lassahn in die Runde. Aber diese Episoden sind anscheinend bekannt, deswegen wird kurzerhand die "Wüstenschiff-Geschichte" erzählt.
"Wenn man so richtig durstig ist, wird man irgendwann blöd...", beginnt die Erzählung und alle sind im Bann des Lügenbärs. Fragen zum Mitraten beziehen die "Kinnings" in die Lesung mit ein: "Was ist tiefgekühlt, preiswert und sieht man in der Wüste, wenn man schon so richtig blöd geworden ist?" Die Erwachsenen raten es nicht, aber ein Kind klärt sie auf: "Mensch, `ne Fanta-Morgana!" Das Programm schwenkt um: Jetzt heißt es "Tanz den Blaubär". Das geht natürlich nicht im Sitzen. Alle Mann stehen auf. Die Stimmung wird immer gelöster, jeder wackelt mit dem Popo und singt zum Lied.
"Habt ihr eure Arme zufällig mit dabei? Dann schwenkt sie im Rhythmus", fordern die Entertainer. Das Schiff bebt. Wer jetzt draußen vorbeiläuft, verpasst was. Mit den Ratschlägen: "Setzt euch nicht auf Stacheldraht, redet nicht mit fremden Hunden und beißt keine Schmetterlinge", verabschiedet sich das Team nach einer viel zu kurzen Stunde. Obwohl man bei dieser Veranstaltung kein einziges Buch zu Gesicht bekam, gab es keinerlei Beschwerden der Zuschauer. Den "Knäckebrot-Blues" summend, verlassen alle das Schiff.Zum Autor:
Bernhard Lassahn wurde am 15. April 1951 in Coswig/Anhalt in der ehemaligen DDR geboren. "Rübergemacht" hat die Familie, als er gerade mal "Personalausweis" sagen konnte, was er auch angeblich immer im unpassendsten Augenblick getan hat. Er ging in Osnabrück zur Schule und studierte in Marburg und Tübingen Germanistik. Seit 1979 lebt Bernhard Lassahn vom Schreiben - und, O-Ton: "natürlich auch dafür".
Er schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene, satirische Texte, Lieder und Hörspiele. Bernhard Lassahn ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Hamburg. Zum Liedermacher:
Mathias Lück wurde am 11.12.1965 in Oldenburg geboren und lebt heute in Burgdorf. Im Alter von 11 Jahren bekam Mathias als jüngster von vier Kindern ersten Instrumentalunterricht am Violoncello. Etwa zur gleichen Zeit erfolgten erste autodidaktische Versuche mit der Gitarre, die das Cello schnell an Beliebtheit überbot und zum ständigen Begleiter wurde. Selbst bei Orchesterreisen der örtlichen Musikschule befand sich stets die Gitarre im Gepäck. Gegen Ende der Schulzeit entstanden erste Kompositionen.
Nach der Geburt der eigenen Kinder, während des Studiums der Gartenarchitektur und Freiraumplanung, hat Mathias Lück begonnen Lieder für die Jüngsten zu schreiben. Seit 1998 lebt er ausschließlich von der Musik und arbeitet seit diesem Jahr mit dem Moskito-Theater zusammen. Im Frühjahr 2000 erschien die CD "Lügen, bis sich die Bananen biegen", die Mathias Lück und Bernhard Lassahn im Plappergeiverlag unter der Regie von Rainer Gussek aufgenommen haben.