Es können im Irak jederzeit neue Beweise auftauchen. Doch bislang ist nichts zum Vorschein gekommen, was ein unilaterales Vorgehen rechtfertigen könnte. Das stärkste Argument für einen Einsatz von Gewalt gegen den Irak ist das internationale Recht, das sowohl imperativisch zwingend als auch gefährdet ist. Dieses Recht muss geschützt werden, indem man sicherstellt, dass wichtige Auflagen der Vereinten Nationen respektiert werden. Ein unilaterales Vorgehen der USA und einiger Verbündeter ohne Unterstützung der Vereinten Nationen würde der Zukunft eines genuinen Völkerrechts eher schaden als nützen.Ronald Dworkin ist Professor für Rechtsphilosophie an der School of Law der Universität New York. Aus dem Englischen von Karin Wördemann