Gruppenspiele
13. Juni 18:00 Uhr -> Frankreich – Schweiz (Ort: Stuttgart)
18. Juni 21:00 Uhr -> Frankreich – Südkorea (Ort: Leipzig)
23. Juni 21:00 Uhr -> Frankreich – Togo (Ort: Köln)

Qualifikation
Die Franzosen, als klare Favoriten in ihre Gruppe gestartet, offenbarten während der Qualifikation überraschende Schwächen. Gegen die Schweiz und Israel konnten in Hin- und Rückspiel jeweils nur Unentschieden erreicht werden, und auch gegen Irland tat man sich schwer. Erst mit der Rückkehr des Trios Zinedine Zidane, Claude Makelele und Lilian Thuram kehrte der Erfolg zurück zur L’Equipe Tricolore . Letztendlich sicherte sich der Weltmeister von 1998 doch noch den ersten Platz in der Gruppe und somit die direkte Qualifikation zur WM.

Mannschaft/Trainer
Die WM in Deutschland bedeutet für einige Akteure im Kader der Franzosen den letzten großen internationalen Auftritt. Mit Zinedine Zidane hat einer der herausragenden Fußballspieler der letzten Dekade bereits seinen Rücktritt vom aktiven Fußball nach der Weltmeisterschaft angekündigt. Auch die anderen Spieler, die Teil der französischen Weltmeister-Elf von 1998 waren, befinden sich im Herbst ihrer Karriere. Obwohl durchaus talentierte Nachwuchskräfte bereitstehen, um in die großen Fußstapfen der goldenen Generation zu treten, vertraut Coach Raymond Domenech bis auf wenige Ausnahmen den etablierten Stars wie Patrick Viera, David Trézéguet und natürlich Thierry Henry.
Die Mannschaft ist jedoch seit ihrem sensationellen Ausscheiden in der Vorrunde der WM in Südkorea und Japan den Beweis schuldig geblieben nach wie vor das Zeug zum Titelgewinn zu haben. Neben dem zunehmenden Alter der Stars im Team, ist das Problem, dass die Spieler der L’Equipe die Leistungen, die sie Woche für Woche in ihren Vereinsmannschaften erbringen, nicht im Nationalteam umzusetzen können scheinen. Die schwachen Leistungen in der Qualifikation, das sieg- und torlose Ausscheiden bei der letzten WM und die enttäuschende Europameisterschaft vor zwei Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Kritische Stimmen im eigenen Land halten Frankreichs Trainer Domenech vor, dass er die Chance verpasst habe ein neues Team aufzubauen und stattdessen auf Spieler setzt, die ihren Zenit schon längst überschritten haben. Allerdings stehen mit Thierry Henry oder Patrick Viera auch Spieler im besten Fußballeralter im Aufgebot der Franzosen, und auf der Bank hat Domenech mit den verhältnismäßig jungen Spielern Franck Ribery, Florent Maoulida und Djibrill Cissé durchaus Alternativen zur Verfügung, die mittelfristig die Generation Zidane ersetzen können.

Aussichten/Quote
Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, wenn man sich vorstellt, dass diese Weltmeisterschaft das Ende der Ära Zidane darstellt. Der Spielmacher, der unnachahmlich elegant mit dem Ball umgehen konnte und die Tendenz hatte, gerade Finalspiele mit seinen Toren zu entscheiden, wird eine nicht zu füllende Lücke im Weltfußball hinterlassen. Schon allein aus diesem Grund möchte man den Franzosen und den Fans wünschen, dass Les Bleus möglichst lange im Turnier verbleiben. Aber zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen nun mal Welten, und wenn die Mannschaft ihrem Kapitän tatsächlich ein Abschiedsgeschenk machen möchte, müssen andere die Verantwortung übernehmen. Ein Kandidat dafür ist mit Sicherheit Thierry Henry. Sollte er endlich einmal in der Form zu einem Turnier reisen, die er in der Regel bei seinem Verein, dem Arsenal FC, zeigt, hat er das Zeug zum Spieler des Turniers. Aber auch vom Rest der Mannschaft muss gegenüber der Qualifikation eine deutliche Leistungssteigerung erfolgen. An mangelndem Talent werden die Franzosen zumindest nicht scheitern, eher daran, es nicht zum richtigen Zeitpunkt abrufen zu können. Falls dies doch gelingt, muss man das Team in jedem Falle zum engen Kreis der Turnierfavoriten zählen.

Fazit: Zidane wird sich nicht sang- und klanglos aus dem Turnier verabschieden wollen – bleibt er fit und lassen ihn seine Teamkameraden nicht im Stich, ist das Halbfinale durchaus erreichbar.
Quote: 10:1

Zitat
Raymond Domenech, Nationaltrainer:
„Wir werden uns in Acht nehmen müssen. Es kommt darauf an, dass wir im entscheidenden Moment bereit sind.“

Kader

Tor:
Fabien Barthez (Olympique Marseille)
Gregory Coupet (Olympique Lyon)
Mickael Landreau (FC Nantes)

Abwehr:
Eric Abidal (Olympique Lyon)
Jean-Alain Boumsong (Newcastle United)
Pascal Chimbonda (Wigan Athletic)
William Gallas (FC Chelsea)
Gael Givet (AS Monaco)
Willy Sagnol (Bayern München)
Mikael Silvestre (Manchester United)
Lilian Thuram (Juventus Turin)

Mittelfeld:
Vikash Dhorasoo (Paris St Germain)
Alou Diarra (Racing Lens)
Claude Makelele (FC Chelsea)
Florent Malouda (Olympique Lyon)
Patrick Vieira (Juventus Turin)
Zinedine Zidane (Real Madrid)

Sturm:
Djibril Cisse (FC Liverpool)
Thierry Henry (Arsenal FC)
Franck Ribery (Olympique Marseille)
Louis Saha (Manchester United)
David Trezeguet (Juventus Turin)
Sylvain Wiltord (Olympique Lyon)