Helmut Verdenhalven vom BDZV monierte deswegen die ungenaue Aufgabenbeschreibung im Telemedien-Konzept des ZDF, etwas, was auch VPRT-Justiziar Claus Grewenig umtreibt. Seiner Erwartung nach wird es beim aktuellen Status der ZDF-Angebote, wie ihn der Drei-Stufen-Test feststellen soll, längst nicht bleiben. In seinen Augen ist das Telemedienkonzept viel zu grobmaschig verfasst, würden Subdomains und Themenportale gar nicht erfasst. Der VPRT-Mann befürchtet, was auch die Verleger befürchten: Eine Art Blankoscheck für das ZDF, der spätestens bei mobilem Internet mit seinen Apps und iPads eingelöst würde.

Das waren die Momente, in denen sich ZDF-Chef Markus Schächter zu Wort meldete. Die Fixierung auf den Textgehalt erinnere ihn an den Aufstand der Verleger vor 25 Jahren, als der Videotext in die Austastlücke des Fernsehsignals kam. Im Übrigen werde er nicht müde zu beteuern, dass der Akzent des ZDF auf dem Video läge. Kein zweiter Sender in Europa ist laut Schächter derart aufs Bild fixiert wie das ZDF: 62 Prozent des Online-Materials seien Bewegtbilder. Das war nun jener Augenblick, als der Vertreter des Privatfernsehens den Alarmknopf drückte und das ZDF in Privatgewässern fischen sah.

Die Experten und Räte sind zurückhaltend bei der Prognose, ob der mühselige und teure Drei-Stufen-Test eine einmalige Veranstaltung ist oder zur ständigen Einrichtung mutieren soll. Keine der Variablen – Internet, Markt, Anbieter, Nutzer – bleibt stehen. So sehr es um die Zukunft der Medien geht, so wenig ist sie ein Zustand.

Redaktioneller Hinweis: ZEIT ONLINE und ZDF Online sind Kooperationspartner.

(Der Artikel erschien zuerst im gedruckten Tagesspiegel vom 20.4.2010)