Führende Katholiken haben erleichtert auf die schnelle Absetzung des Augsburger Bischofs Walter Mixa reagiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, begrüßte die zügige Entscheidung des Papstes. Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, erklärte der Schritt beende eine Zeit der Unsicherheit im Bistum Augsburg.

Papst Benedikt XVI. hatte am Samstag den Rücktritt Mixas angenommen , den der Geistliche Rom am 21. April angeboten hatte – nach wochenlanger Kritik und Gewaltvorwürfen früherer Heimkinder. Zuletzt war zudem der Verdacht publik geworden, der Bischof habe einen Minderjährigen sexuell missbraucht. Hochrangige Katholiken sprachen sich angesichts der Krise der Kirche für eine Debatte über des Pflichtzölibats aus.

"Die Vorgänge der letzten Zeit haben das gesamte Bistum Augsburg und auch die katholische Kirche in Deutschland sehr belastet", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Der dadurch erlittene Verlust der Glaubwürdigkeit wiege schwer. "Die zügige Entscheidung des Papstes schafft die notwendige Klarheit. Sie gibt allen Beteiligten die Chance zum Neuanfang."

"Wir wollen den Weg der inneren Heilung, Beruhigung und des Neuanfangs gehen", erklärte Zollitsch weiter, der sich auf eine schriftlich vorbereitete Erklärung stützte und keine Fragen beantwortete.

Noch am Samstag wählte das Augsburger Domkapitel den Weihbischof Josef Grünwald zum Diözesan-Administrator, der die Bistumsleitung übernehmen soll, bis vom Papst ein neuer Bischof ernannt wird. Grünwald kündigte an, "an der zügigen und besonnenen, klaren und transparenten Aufarbeitung" der Vorwürfe gegen den Bischof mitzuwirken. Nur so könne ein wirklicher Neuanfang gelingen.

Die Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" nahm die Entscheidung des Papstes "mit Erleichterung" zur Kenntnis. "Um den durch das lange Taktieren von Bischof Mixa entstandenen Ansehens- und Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche weit über das Bistum hinaus nicht noch zu vergrößern, bleibt es notwendig, alle Vorwürfe umfassend und möglichst schnell aufzuklären", teilte die Gruppe mit.