Zwei Neonazis sind wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Vereinigung Blood and Honour vom Landgericht Karlsruhe zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Ein 38-jähriger Karlsruher, der nach Überzeugung des Gerichts Rädelsführer war, erhielt eine Gesamtstrafe von 14 Monaten, ein 41 Jahre alter Mitangeklagter aus Mannheim sechs Monate. Die Strafen wurden beide auf Bewährung ausgesetzt.

Die Staatsschutzkammer des Landgerichts sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten als Mitglieder der verbotenen Vereinigung zwischen 2004 und 2006 Neonazi-Konzerte organisierten. Außerdem nahmen sie an überregionalen Blood-and-Honour-Treffen teil und pflegten Kontakte zu anderen Organisationen. Deshalb war der Vorsitzende Richter überzeugt: "Es gab Sektionen in Deutschland – auch in Baden." Der 38-Jährige sei dabei führend und Ansprechpartner für andere Gruppen der rechten Szene gewesen. Das Urteil wegen "Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot" ist noch nicht rechtskräftig.

Die deutsche Sektion der weltweit organisierte rechtsradikale Gruppe Blood and Honour und ihr Jugendverband White Youth wurden im September 2000 vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) in Deutschland verboten. Das Vermögen der beiden Organisationen wurde eingezogen. Viele Mitglieder sind jedoch unter dem neuen Namen Division 28 weiterhin aktiv. Ihr Ziel ist es unter anderem, Neonazi-Bands miteinander zu koordinieren. Ihre Leitlinien orientieren sich am Programm der Hitlerpartei NSDAP aus dem Jahr 1924.