Fünf Aktivisten des sogenannten Arabischen Frühlings erhalten den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des Europaparlaments. Einstimmig entschied sich das Parlamentspräsidium für den tunesischen Straßenhändler Mohamed Bouazizi, der mit seiner Selbstverbrennung am 17. Dezember vergangenen Jahres die ersten Demonstrationen gegen die langjährige Führung in Tunis ausgelöst hatte. Er erlag mit 27 Jahren seinen schweren Verbrennungen.

Die weiteren Preisträger sind zwei Frauen aus Ägypten und Syrien, ein libyscher Dissident und ein politischer Karikaturist aus Syrien. Sie alle trugen nach Ansicht des Präsidiums des Europaparlaments mit ihren Aktionen zu den politischen Umwälzungen in ihren Ländern bei.

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 14. Dezember in Straßburg überreicht.

Der Preis ist nach dem sowjetischen Wissenschaftler und Menschenrechtsaktivisten Andrei Sacharow (1921-1989) benannt. Der Physiker gehört zu den Entwicklern der sowjetischen Atombombe. In den 1970er Jahren nutzte er seine internationale Bekanntheit, um ein "Komitee zur Durchsetzung der Menschenrechte und zur Verteidigung politisch Verfolgter" zu gründen. 

Das Parlament vergibt den Preis seit 1988 jedes Jahr für besondere Verdienste um Menschenrechte und Pressefreiheit. Geehrt werden Personen oder Organisationen, die sich für die Menschenrechte und gegen Unterdrückung einsetzen.

Zu den Preisträgern zählen der erste schwarze Präsident Südafrikas, Nelson Mandela (1988), der chinesische Bürgerrechtler Hu Jia (2008), die russische Menschenrechtsorganisation Memorial mit den Aktivisten Ljudmila Alexejewa, Oleg Orlow und Sergej Kowaljow (2009) sowie der kubanische Dissident Guillermo Fariñas (2010).