Nach einer Bombendrohung am Flughafen Schiphol in Amsterdam hat die niederländische Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Die Beamten hatten am Montagvormittag zwei Abfertigungshallen geräumt, nachdem ein Mann in einem Telefonanruf bei der Polizei sagte, er sei im Besitz einer Bombe. Wie die Militärpolizei mitteilte, mussten die Menschen die beiden Hauptterminals 1 und 2 des internationalen Flughafens verlassen.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen Russen. Ein Sprecher der niederländischen Militärpolizei sagte, der 40-jährige Mann spreche weder Niederländisch noch Englisch und die Kommunikation mit ihm sei schwierig. Er bleibe vorerst in Gewahrsam und die Ermittlungen würden fortgesetzt.

Der Mann hatte sich in den Toiletten über den Terminals 1 und 2 eingeschlossen und Passanten im Vorübergehen gesagt, er habe eine Bombe bei sich. Die Polizei teilte später mit, dass der Mann keinen Sprengsatz bei sich getragen habe. Nach Angaben des Flughafens fielen durch den Bombenalarm Dutzende Flüge aus oder verspäteten sich. Der Flughafen wurde am Nachmittag wieder geöffnet.

Schiphol ist der fünftgrößte Flughafen Europas. Dort werden täglich zwischen 120.000 und 140.000 Passagiere abgefertigt. Der Flughafen war in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Nigerianer dort am ersten Weihnachtstag 2009 Plastiksprengstoff in eine Maschine der US-Gesellschaft Delta/Northwest Airlines geschmuggelt und versucht hatte, die Bombe beim Landeanflug auf Detroit zu zünden. Der 23-jährige war von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt worden.

Nach dem versuchten Anschlag führte Schiphol als erster Flughafen der Welt sogenannte Körperscanner zur routinemäßigen Kontrolle von Passagieren bei Flügen in die USA ein.