Im vergangenen Jahr hat nur etwa jeder sechste Schwerbehinderte, der aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen wurde, tatsächlich einen Job bekommen, berichtet die Saarbrücker Zeitung . Dagegen lag die entsprechende Quote bei Nicht-Schwerbehinderten doppelt so hoch, bei etwa 31 Prozent.

Die Saarbrücker Zeitung beruft sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Ausschlaggebend für die Erhebungen ist die Vermittlung in eine reguläre Beschäftigung auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

Bei der Dauer der Arbeitslosigkeit stehen behinderte Menschen ebenfalls schlechter da als Personen ohne körperliche und geistige Beeinträchtigungen. Sie sind im Durchschnitt drei Monate länger und insgesamt 76 Wochen ohne Arbeit.

Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Schwerbehinderte zu vergeben. Diese Quote wurde laut BA jedoch nicht immer erreicht. 2009 lag sie nur bei 4,5 Prozent, in der privaten Wirtschaft lediglich bei 3,9 Prozent.

Die Arbeitsmarktexpertin der Linken, Sabine Zimmermann, forderte die Arbeitgeber zum Umdenken auf. "Anstatt über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu jammern, sollten die Arbeitgeber ihren Blick auf schwerbehinderte Arbeitslose richten, die überdurchschnittlich qualifiziert sind", sagte Zimmermann der Saarbrücker Zeitung .