Die Farc-Rebellen in Kolumbien haben die letzten zehn Polizisten und Militärs freigelassen. Die Befreiten wurden mit einem Hubschrauber der brasilianischen Streitkräfte in die Ortschaft Villavicencio, 150 Kilometer südöstlich von Bogotá , geflogen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz überwachte die Freilassung.

Die linken Farc-Rebellen hatten die zehn Personen bei verschiedenen Angriffen in den Jahren 1998 und 1999 entführt. Ihre Freilassung war eine der Bedingungen der kolumbianischen Regierung zur Aufnahme von Friedensverhandlungen.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüßte die Aktion als einen Schritt in die richtige Richtung. Er sei jedoch nicht ausreichend, um Friedensgespräche mit den Rebellen aufzunehmen. In einer Fernsehansprache forderte Santos, auch die zivilen Geiseln freizulassen. Wie viele Menschen sich noch in den Händen der Guerilla-Truppe befinden, ist unklar. Schätzungen gehen von mehreren Hundert Geiseln aus.

In einer Mitteilung, die bei der Freilassung verlesen wurde, bekundeten die Farc-Rebellen ihre Bereitschaft zu Friedensgesprächen. Angehörige der Vermittlungsmission sagten der Zeitung El Tiempo , dass die Rebellen die Entführungen zur Erpressung von Lösegeld einstellen wollten. Dies hatte die Farc bereits im Februar angekündigt.

Für den Beginn von Friedensverhandlungen fordert die kolumbianische Regierung zudem, dass die Rebellen ihre Beziehungen zum Drogenhandel abbrechen und die Angriffe auf die Zivilbevölkerung einstellen. Bekanntestes Entführungsopfer der Farc war die französische Politikerin Ingrid Betancourt . Sie wurde sechs Jahre als Geisel gehalten.