Salafisten wollen nicht nachgeben

Die Salafisten wollten an diesem Wochenende weiter kostenlose Koran-Exemplare in deutschen Fußgängerzonen verteilen, berichtet DieWelt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach hat die Organisation des Koran-Projekts für Samstag bundesweit 38 "Info-Stände" bei den zuständigen Ämtern angemeldet.

Die Organisatoren der Koran-Aktion "Lies!" zeigten sich laut Welt unbeeindruckt. Der Kölner Prediger und Projekt-Initiator Ibrahim Abou Nagie, aus dessen persönlichem Umfeld nach den Recherchen auch die Drohvideos stammen, gibt sich im Internet kämpferisch. Seine Anhänger rief er demnach auf, durchzuhalten und weiter Korane zu verteilen.

Der Salafismus ist eine fundamentalistische Strömung, die sich am frühen Islam des 7. Jahrhunderts orientiert. Salafisten stützen sich maßgeblich auf den Koran. Er wird wortwörtlich ausgelegt, es gibt keine symbolische Auslegung.

Ein großes Problem sei, dass es keine Studien über Salafisten in Deutschland gebe, sagt der Religionssoziologe Rauf Ceylan von der Universität Osnabrück. Die Koranverteilung sei eine Taktik der Fundamentalisten, um Aufmerksamkeit zu erregen. In Deutschland ist unter anderem der ehemalige Boxprofi Pierre Vogel als Prediger bekannt.