Der Drogenabsatz in Entwicklungsländern nähert sich dem der Industrienationen an. Der wachsende Konsum in den Entwicklungs- und Schwellenländern sei besorgniserregend, sagte der Chef der UN-Behörde für Drogen und Kriminalitätsbekämpfung , Juri Fedotow.

Inzwischen gibt es allein in China nach offiziellen Angaben eine Million Heroinsüchtige. Realistisch geschätzt liege die Zahl aber wohl eher bei 2,4 Millionen, sagten Experten der UN-Behörde. Fedotow äußerte sich besorgt: "Illegale Drogen verstärken die Kriminalität, untergraben die Menschenrechte und sind ein erhebliches Gesundheitsrisiko."

Wie aus dem etwa 100 Seiten starken Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen hervorgeht, blieb der Konsum in den Industrieländern zuletzt unverändert.

Weltweiter Konsum konstant

Als weiteren wichtigen Trend ermittelte die UN-Behörde, dass weltweit immer mehr künstliche chemische Drogen genommen werden. Dazu zählen Aufputschmittel wie die amphetaminhaltige Droge Ecstasy oder Metamphetamine, die schneller und heftiger wirken. Besonders in den USA gibt es Fedotow zufolge einen deutlichen Anstieg bei den synthetischen Drogen. Dort sterben inzwischen deutlich mehr Menschen daran als an Heroin und Kokain zusammen.

Die am meisten verbreiteten Drogen sind Haschisch und Marihuana, künstliche Chemikalien, Kokain und Heroin. Der weltweite Konsum ist seit Jahren etwa konstant. 27 Millionen Menschen sind drogensüchtig – einer von 200 Erdbewohnern. Knapp zehnmal so viel nehmen ab und zu Drogen. 200.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. Bis zum Jahr 2100 könnte so die Zahl der Menschen, die Drogen probieren, von jetzt 230 Millionen auf 300 Millionen steigen.

In Afghanistan hat die Opiumproduktion nach einem Rückgang 2010 inzwischen mit 5.800 Tonnen wieder fast den Stand früherer Jahre erreicht. Damit ist das Land Hauptlieferland für Opium, den Grundstoff für Heroin.