Prominente, Politiker und Bürger haben eine Kampagne zur Stärkung der europäischen Idee gestartet. Unter dem Titel "Ich will Europa" bekennen sie sich zu mehr Gemeinsamkeit angesichts der Verwerfungen zwischen den europäischen Staaten in der Euro-Krise. Auch Kanzlerin Angela Merkel beteiligt sich mit einem Grußwort.

Gerade in der Zeit der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone gebe es "immer wieder Enttäuschungen und Misstrauen" zwischen einzelnen Staaten des Bündnisses, sagte Merkel. Dennoch sei sie fest davon überzeugt, am Ende der Krise werde "eine nachhaltig gestärkte Euro-Zone und eine nachhaltig gestärkte europäische Union stehen". Trotz allem Streit und der Suche nach Lösungen "brauchen wir einander", sagte Merkel. Europa sei nicht nur eine Sache des Verstandes, sondern des Herzens. Viele Menschen in den Krisenstaaten Südeuropas werfen ihr zu wenig Solidarität für das europäische Projekt vor.

Neben der Kanzlerin beteiligen sich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, die Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance Gesine Schwan, der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen, Daimler-Chef Dieter Zetsche, Nationalfußballer Philipp Lahm, der Geiger David Garrett, Volksmusik-Star Florian Silbereisen, die Moderatorin Katrin Bauerfeind und DJ Paul van Dyk. Der Kreis soll laufend erweitert werden. Bürger können Fotos und eigene Beiträge auf der Website der Kampagne einstellen.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Stiftung Mercator und der Robert-Bosch-Stiftung, die beide federführend verantwortlich sind. "Wir wollen die Menschen zu Wort kommen lassen", sagte Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. "Nur wenn sich die Bürger wieder damit auseinandersetzen, welchen Nutzen Europa ihnen täglich bringt, bleibt das europäische Projekt lebendig." So ließen sich auch große Herausforderungen wie die europäische Schuldenkrise gemeinsam meistern.