Als "Spitze der Geschmacklosigkeit" hat der tschechische Regierungschef Petr Nečas die Aktivitäten der regierungskritischen russischen Punkband Pussy Riot bezeichnet. Die Band stehe in keinem Fall für Demokratie und Freiheit, sagte Nečas. Die Kritik des Ministerpräsidenten richtete sich auch gegen prominente Unterstützer der verurteilten Bandmitglieder. "Wir müssen modische politische Äußerungen verhindern, die sich negativ auf unseren Export auswirken", sagte er.

Die Punk-Band Pussy Riot hatte in der Moskauer Erlöserkirche gegen den russischen Präsidenten Putin protestiert. Für ihren 51-Sekunden-Auftritt waren drei Musikerinnen der Band zu je zwei Jahren Haft im Straflager verurteilt worden. Das Urteil war international kritisiert worden und gilt als politisch motiviert.

Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg zeigte sich entsetzt über die Äußerungen seines Koalitionspartners. Es sei eine "Verbeugung vor dem Regime" und ein "entsetzlicher Ausrutscher", sagte er der Zeitung Lidove Noviny .

Nečas hatte sich zudem zum Thema China geäußert und eine angebliche "politische Mode der Anbetung des Dalai Lama", des geistlichen Führers der Tibeter, verurteilt. Sein Land propagiere die Ein-China-Politik.