Zwei Iraner werden für ihr politisches Engagement mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments ausgezeichnet: Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh und der Filmemacher Dschafar Panahi erhalten den Preis, beschlossen die Fraktionschefs des Europaparlaments zusammen mit Präsident Martin Schulz ( SPD ).

Panahi setzt sich in seinen Filmen mit der politischen Unterdrückung im Iran auseinander, vor allem die der Frauen. Für den Film Offside erhielt er 2006 in Berlin den Silbernen Bären . Im Iran sind seine Filme verboten. Im Dezember 2010 wurde er zu sechs Jahren Haft wegen Propaganda gegen die iranische Regierung verurteilt, wurde aber auf freien Fuß gesetzt.

Die Menschenrechtsaktivistin Sotudeh hat als Anwältin Jugendliche, Frauen und politische Gefangene verteidigt. Sie sitzt eine elfjährige Freiheitsstrafe im Gefängnis ab.

Einsatz für Menschenrechte gewürdigt

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis "für die Freiheit des Geistes" wird seit 1988 an Menschen und Organisationen verliehen, die sich besonders mutig für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an fünf Aktivisten des Arabischen Frühlings. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen der Apartheidsgegner und spätere Staatschef von Südafrika , Nelson Mandela , die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi , der chinesische Bürgerrechtsaktivist Hu Jia und die russische Menschenrechtsorganisation Memorial.

Zu den Anwärtern auf den diesjährigen Preis gehörten auch die russischen Aktivistinnen von Pussy Riot und der weißrussische Menschenrechtsaktivist Ales Bialiazki. Der Preis soll im Dezember übergeben werden. Er ist nach dem Bürgerrechtler und Physiker Andrej Sacharow benannt.