Unbekannte haben in Wolgograd ein muslimisches Gebetshaus in Brand gesetzt. Die Angreifer warfen am späten Montagabend Molotowcocktails auf das Gebäude, wie die Polizei mitteilte. Das Wachpersonal habe das Feuer aber löschen können.

Die Polizei will bisher noch nicht darüber spekulieren, ob der Angriff in Verbindung mit dem Selbstmordanschlag auf einen Bus in der südrussischen Stadt steht. Bei dem Attentat hatte sich am Montag eine Frau in die Luft gesprengt und dabei sich selbst und sechs weitere Menschen getötet. 30 weitere wurden verletzt. 

Die Selbstmordattentätern war vermutlich die Witwe eines getöteten islamischen Extremisten. Die 30-Jährige stammte aus der muslimisch geprägten Nordkaukasus-Republik Dagestan, wie ein Sprecher des russischen Ermittlungskomitees am Montag sagte. Dort kämpfen islamistische Rebellen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die russische Herrschaft an.

Nach Darstellung des Sprechers war die Attentäterin mit einem Reisebus aus der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala gekommen. Die Fahrkarte soll sie bis Moskau gelöst haben. Warum sie in Wolgograd ihre Reise unterbrach und in einem Linienbus den Sprengsatz zündete, ist unklar.

Regierung verspricht finanzielle Hilfe

Die Fahnder vermuten, dass Islamisten der Frau die Bombe übergeben hatten. Nach den Hintermännern werde gesucht. Das Innenministerium rief die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. 

Vier Verletzte des Selbstmordattentats wurden inzwischen zur Behandlung nach Moskau geflogen. Das teilte das Zivilschutzministerium mit. Die Verletzungen seien auch deswegen so schwer, weil der Sprengstoff mit Metallstücken gespickt gewesen war, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Die russische Regierung sicherte den Überlebenden und Hinterbliebenen finanzielle Hilfe zu. Mehrere Verletzte hatten bei der Detonation Gliedmaßen verloren.