Der Architekt der Limburger Bischofsresidenz belastet den Bauherrn des Projektes, Franz-Peter Tebartz-van Elst. Michael Frielinghaus sagte der Süddeutschen Zeitung , der Bischof habe als Bauherr von Anfang an gewusst, "was da für Kosten auf ihn zukommen".

Bereits bei einer Pressekonferenz im Dezember 2010 habe er sich über die damals vom Bischöflichen Stuhl genannte Bausumme in Höhe von 5,5 Millionen Euro gewundert, sagte Frielinghaus. Der Bischof und seine engsten Mitarbeiter hätten gewusst, "dass die Baukosten tatsächlich bei 31 Millionen Euro liegen". Die damals genannte Zahl hätte "deutlich unter der Summe" gelegen, "die der Bauherr und alle am Projekt beteiligten Planer kannten". Damit sei klar, dass es keine Kostenexplosion geben konnte, da die ungefähre Höhe nie außer Frage gestanden habe. "Der Bau verlief planmäßig, es gab kaum Überraschungen", sagte der Architekt der SZ .

Das Bistum wollte den Bericht nicht kommentieren. Man warte den Prüfbericht ab, hieß es dort. Derweil bekräftigte Erzbischof Robert Zollitsch seine Kritik am amtierenden Limburger Bischof. Es gebe in dem Fall ein "gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem. Und die Kirche in Deutschland trägt den Schaden", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der Bild

Sowohl Tebartz-van Elst als auch Zollitsch befinden sich derzeit in Rom , wo am Montag ein Gespräch mit Papst Franziskus geplant ist. Der Vatikan-Besuch von Zollitsch war bereits seit Längerem geplant. Tebartz-van Elst entschloss sich in den vergangenen Tagen zu der Reise, nachdem immer neue Vorwürfe wegen seiner Amtsführung laut geworden waren. Es sei für den Bischof selbstverständlich, "dass die Entscheidung über seinen bischöflichen Dienst in Limburg in den Händen des Heiligen Vaters liegt", erklärte das Bistum.

Viele Katholiken fordern den Rücktritt des Bischofs, unter ihnen nun auch der emeritierte Weihbischof Gerhard Pieschl. Auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner soll sich von Tebartz-van Elst laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung distanziert haben. Auch der Trierer Bischof, Stephan Ackermann, legte seinem Limburger Kollegen den Rücktritt nahe. "Die Situation ist ja so eskaliert, dass man sagen muss, der Bischof Franz-Peter kann im Grunde in Limburg nicht mehr arbeiten", sagte Ackermann am Sonntagabend in der ARD-Sendung Günther Jauch. "Ein Bischof braucht ja auch Akzeptanz." Wenn aber die Akzeptanz der Gläubigen schwinde, könne ein Bischof nicht mehr als Seelsorger arbeiten.

Der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Jochen Riebel , bezeichnete Tebartz-van Elst erneut als Lügner. Er bestätigte Medienberichte, wonach der Bischof intern gesagt habe, die immensen Kosten für seine Residenz dürften niemals öffentlich werden.