Als Konsequenz aus dem Baukostenskandal um den Sitz des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst legen die meisten Diözesen die bischöflichen Vermögenswerte offen. Die sogenannten Bischöflichen Stühle sind nicht Teil des regulären Haushalts, die meisten Bistümer legten darüber im Einklang mit dem Staatskirchenrecht bisher keine öffentliche Rechenschaft ab. Nun setzt ein Wandel ein, wie diese Übersicht über 20 der 27 Diözesen zeigt:

Aachen : Der Bischöfliche Stuhl verfügt über 8,2 Millionen Euro Eigenkapital. Über die Verwendung der Mittel entscheidet der Vermögensverwaltungsrat, an dessen Entscheidung der Bischof gebunden ist.

Bamberg: Der Erzbischöfliche Stuhl in Bamberg verfügt über 1,5 Millionen Euro.

Berlin: Der Erzbischöfliche Stuhl in Berlin hat keine Besitztümer. Das liegt daran, dass das Erzbistum in der Weimarer Republik, dem Zweiten Weltkrieg und dem geteilten Berlin kaum Möglichkeiten hatte, Ländereien oder große Häuser anzuhäufen.

Dresden-Meißen: Das Bistum hat keinen sogenannten Schattenhaushalt, weil es keinen Bischöflichen Stuhl gibt. Der reguläre Haushalt umfasst in diesem Jahr 58 Millionen Euro.

Essen: Das bischöfliche Vermögen im Ruhr-Bistum beträgt gut zwei Millionen Euro, von denen aber nur rund ein Zehntel verfügbar ist.

Freiburg: Die Erzdiözese will für mehr Transparenz bei den Vermögenswerten des Bischöflichen Stuhls sorgen. Vor der Veröffentlichung genauer Zahlen müssen die Werte von Immobilien, eigenen Unternehmen und Firmenbeteiligungen geschätzt werden.

Hamburg : Die Gesamtrücklage des Erzbischöflichen Stuhls in der Erzdiözese beträgt 35 Millionen Euro. Dieser ist auch Träger eines Alten- und Pflegeheims, einer Seniorenwohnanlage, zweier Kinder- und Jugendhäuser und eines Studentenwohnheims. Das Vermögen besteht aus zweckbestimmten Rücklagen für diese Einrichtungen und aus Beteiligungen an drei Kliniken. Der verbleibenden freien Rücklage von 7,5 Millionen Euro stehen Kreditverbindlichkeiten von 8,2 Millionen Euro gegenüber.

Hildesheim: Das Bistum gibt seit 2004 einen Geschäftsbericht heraus, der seit 2008 auch das Vermögen des Bischöflichen Stuhls einbezieht. Die Vermögenswerte seien Teil des Bistumshaushalts, sagte eine Sprecherin, ohne Zahlen zu nennen.

Köln: Der Erzbischöfliche Stuhl umfasste Ende 2012 ein Vermögen von 166,2 Millionen Euro. Davon sind 15,4 Millionen Euro Beteiligungen im Bereich der Wohnungswirtschaft, der übrige Teil Immobilien. Aus diesem Vermögen wurden 2012 knapp 9,6 Millionen Euro Erträge erzielt. Sie flossen in den Bistumshaushalt. Der Erzbischöfliche Stuhl werde in gleicher Weise wie das Bistum vom Kirchensteuerrat kontrolliert.

Limburg: Wie viel Vermögen der Bischöfliche Stuhl umfasst, wurde bisher offiziell nicht mitgeteilt. Die Kosten von mindestens 31 Millionen Euro für den Bischofssitz, die den Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Bedrängnis brachten, wurden nach Angaben des Vermögensverwaltungsrates weitgehend aus diesem Topf bestritten.

Mainz: Der Bischöfliche Stuhl hat kein Geldvermögen. Er ist allerdings Eigentümer weniger Grundstücke und am Gemeinnützigen Siedlungswerk beteiligt. Die Erträge fließen in den Bistumshaushalt.

München-Freising: Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls lag zum 31. Dezember 2012 bei 27,6 Millionen Euro. Die Überschüsse gehen überwiegend an caritative und kirchliche Einrichtungen. Die Bilanz wird jährlich von einem Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen. Der eigentliche Haushalt des Erzbistums beträgt in diesem Jahr 664 Millionen Euro. Das bisher nicht bekannte Gesamtvermögen der Diözese soll in einigen Jahren beziffert werden können. Dem Erzbistum gehören allein rund 5.000 Hektar Wald und rund 7.000 Gebäude, darunter 1.200 Kirchen sowie viele Pfarrhäuser und Pfarrzentren.

Münster: Das Geldvermögen des Bischöflichen Stuhls im Bistum umfasst 2,37 Millionen Euro. Hinzugerechnet werden müssen noch einige Immobilien. Deren Wert wurde bisher nicht ermittelt. Über das Geld kann der Bischof nicht frei verfügen, sondern bedarf der Zustimmung des Kirchensteuerrates.

Osnabrück: Das Bistum kündigte "baldmöglichst" eine Offenlegung des Bischöflichen Stuhls an. Zuvor will es die Zahlen und diverse Beteiligungen beispielsweise an zahlreichen Kliniken und sozialen Einrichtungen aufbereiten. Auch der Grundbesitz muss bewertet werden.

Paderborn: Das Erzbistum will die Finanzen des Bischofsstuhls nicht offenlegen. Es gebe eine strikte Trennung zwischen Kirchensteuer-Einnahmen und Bischofsstuhl. Dieser sei das Tafelsilber des Bischofs, und daran rühre auch ein Unternehmer nur in äußersten Notzeiten.

Passau: Das Bistum will die Vermögenswerte nicht offenlegen.

Regensburg: Das Bistum will das Vermögen des Bischöflichen Stuhls veröffentlichen. Wann ist noch nicht klar.

Rottenburg-Stuttgart: Das bischöfliche Vermögen soll veröffentlicht werden. Vorangehen soll eine Bewertung von Immobilien, Kirchen-Unternehmen und Firmenbeteiligungen.

Speyer: Aktuell hat der Bischöfliche Stuhl ein Vermögen von rund 46,5 Millionen Euro. Es wird nicht angetastet, mit den Erträgen werden pastorale und karitative Projekte im Bistum gefördert.

Trier: Das Vermögen des Bischöflichen Stuhls hat einen Bilanzwert von knapp 84 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Immobilienbestand von 38 Gebäuden, für die keine aktuelle Marktbewertung vorliegt. Die Erträge des Vermögens dienen dem Bischof zur Erfüllung seiner Aufgaben, nicht aber seinen privaten Zwecken.