Der im Oktober in Rom gestorbene NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke ist einem Medienbericht zufolge auf dem Friedhof eines Gefängnisses in Italien beigesetzt worden. Sein Grab sei mit einem Holzkreuz gekennzeichnet. Darauf sei eine Nummer angegeben, aber kein Name oder Datum, berichtete die Zeitung La Repubblica .

Der genaue Ort soll geheim bleiben. Nur Priebkes Familie kenne die Nummer des Grabes. Damit solle verhindert werden, dass es zu einer Pilgerstätte für Neonazis werde.

Nach Angaben der Zeitung wurde der Friedhof des Gefängnisses nach tagelangen Beratungen für die Bestattung ausgewählt, auch weil er vor Überfällen geschützt sei. Zuvor sei auf dem Friedhof mehr als 20 Jahre lang niemand mehr bestattet worden.

Geburtsort Hennigsdorf lehnte Bestattung ab

Um das Begräbnis des früheren SS-Offiziers hatte es wochenlang Streit gegeben, nachdem er im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben war. Priebke selbst hatte sich eine Beisetzung neben dem Grab seiner Frau in Argentinien gewünscht, doch das südamerikanische Land lehnte dies ab. Der ehemalige SS-Offizier hatte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seiner Entdeckung im Jahr 1994 unbehelligt in der argentinischen Stadt Bariloche gelebt.

Auch sein Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg hatten eine Bestattung abgelehnt. Die Bundesregierung wies die Verantwortung ebenfalls von sich. Die Entscheidungshoheit obliege der Familie, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert .

Priebkes Name steht für "ungeheure Verbrechen"

Priebke war 1944 an einem der schlimmsten Nazi-Massaker während des Zweiten Weltkriegs in Italien beteiligt, bei dem in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom 335 Zivilisten getötet wurden. Er hatte bis zu seinem Tod keine Reue gezeigt.

Seibert sagte, Priebkes Name stehe für "ungeheure Verbrechen, die von Deutschen an Italienern verübt" worden seien. Priebke wurde dafür im Jahr 1998 in Italien zu lebenslanger Haft verurteilt, die wegen seines hohen Alters in Hausarrest umgewandelt wurde.