Aus Protest gegen den Umgang mit Flüchtlingen haben in Hamburg Aktivisten das Kurt-Schumacher-Haus blockiert. Sie fordern ein "Bleiberecht für alle" und riefen Sympathisanten zur Unterstützung auf.

Sie entrollten auf dem Dach des Gebäudes ein Transparent. Vor dem Portal sammelten sich Demonstranten mit weiteren Schildern. Gegen Mittag zogen die etwa 65 Besetzer wieder ab, die Polizei beendete ihren Einsatz, wie ein Augenzeuge schilderte. 

Anlass des Protestes waren offenbar weitere "rassistische Kontrollen" am Bahnhof der Stadt, wie die Initiative Blockupy Hamburg mitteilte. Die Blockade der SPD-Landeszentrale sei "die Antwort auf die neuerlichen rassistischen Kontrollen".

Seit Wochen protestieren Kritiker der Flüchtlingspolitik in Hamburg gegen den ihrer Ansicht nach unzumutbaren Umgang mit Menschen, die meist über die Mittelmeerinseln Lampedusa oder Malta aus Afrika nach Europa kommen.

80 Flüchtlinge hatte die Evangelische St.-Pauli-Gemeinde aufgenommen. Der Senat weigert sich bislang der Forderung nachzugeben, den Flüchtlingen Container-Unterkünfte für den Winter zu stellen.