Zehntausende Demonstranten habe in Neapel eine Reinigung illegaler Giftmüllhalden in ihrer Heimat verlangt. Die Camorra genannten kriminellen Familienclans der Region sollen dort toxischen Abfall vergraben haben. Das Material komme unter anderem aus Norditalien und Deutschland, hieß es.

70.000 Menschen nahmen nach Angaben der Veranstalter an der Kundgebung teil. Die Demonstranten trugen Spruchbänder mit dem Wort Biocidio ("Biomord") und Bilder von Angehörigen, die ihrer Ansicht nach an Vergiftung starben. Sie führen unter anderem viele Krebserkrankungen auf den Giftmüll zurück. Es gehe darum, an die Gestorbenen zu erinnern und die Zukunft für nachfolgende Generationen sicherer zu machen, sagten die Veranstalter.

Der Umweltaktivist und Pfarrer Maurizio Patriciello warf den Behörden vor, die Bürger nicht vor der Gefahr gewarnt zu haben. "Alle verstecken sich hinter der Camorra. Aber irgendjemand hat die Giftstoffe weitergegeben, damit sie in diesem Boden vergraben werden", sagte er.

Der ehemalige Mafia-Boss Carmine Schiavone hatte 1997 vor einem Untersuchungsausschuss über die Müllgeschäfte der Camorra ausgesagt. Er erzählte damals von Millionen Tonnen giftigen Materials.