Bei einer Explosion in einem Bus im südrussischen Wolgograd sind am Morgen 14 Menschen getötet worden, wie das russische Gesundheitsministerium bestätigte. Etwa 28 Menschen wurden verletzt. Den Ermittlern zufolge trägt der Vorfall eine ähnliche Handschrift wie die Anschläge vom Sonntag und von Ende Oktober . Die Behörden gehen von einem Selbstmordattentäter aus. "Die Leiche wurde sichergestellt, jetzt läuft die Identifizierung", sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax.

Die Bombe habe eine Sprengkraft von mindestens vier Kilogramm TNT gehabt und sei mit Metallstücken gefüllt gewesen. "Die Teile waren identisch mit dem Inhalt der Bombe am Sonntag im Bahnhof von Wolgograd", sagte der Sprecher.  Fernsehbilder zeigten die Überreste des Oberleitungsbusses. Die Wucht der Detonation hatte sein Dach weggerissen und Trümmer über die ganze Straße verstreut.

Bei dem Selbstmordanschlag vor dem Bahnhof der Stadt waren nach jüngsten Angaben 17 Menschen getötet worden. In der Region beginnen in knapp sechs Wochen die Olympischen Winterspiele im etwa 700 Kilometer von Wolgograd entfernten Sotschi . Der tschetschenische Islamistenführer Doku Umarow hatte zu Anschlägen aufgerufen, um die Spiele zu stören.  

Russische Ermittler fahnden nach den Hintermännern. Der Attentäter könnte nach inoffiziellen Angaben aus der nahen Konfliktregion Nordkaukasus stammen. Dort kämpfen etwa Islamisten um die Errichtung eines vom Kreml unabhängigen Kaukasusemirats. Die Islamisten im Kaukasus werfen Putin eine "blutige Besatzungspolitik" im Konfliktgebiet vor.

Das russische Innenministerium hat landesweit verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. In der U-Bahn der Hauptstadt Moskau und anderen Metropolen des Landes sollen Polizisten verstärkt Streife laufen, wie ein Ministeriumssprecher sagte.