Die malaysischen Behörden haben drei Tage nach dem mysteriösen Verschwinden eines Passagierflugzeugs einen von zwei Passagieren identifiziert, der mit gestohlenem Pass an Bord war. Es handele sich nicht um einen Malaysier, sagte Polizeichef Chalid Abu Bakar.  

Der Mann sei durch die Auswertung von Überwachungsvideos vom Flughafen identifiziert worden. Es werde derzeit noch ermittelt, ob er sich illegal oder legal in Malaysia aufgehalten habe, sagte Bakar. "Das ist alles, was wir bislang sagen können."  Name und Nationalität wollten die Behörden nicht bekannt geben.

Die Zeitung Star zitierte einen Polizeisprecher mit den Worten: "Ich kann bestätigen, dass er nicht Malaysier ist. Und er kommt nicht aus Xinjiang." Xinjiang ist die autonome Region in Nordwestchina, in der die muslimische Minderheit der Uiguren lebt. In der Region hatte es vor Kurzem einen Terroranschlag gegeben, für den Chinas Führung die Uiguren verantwortlich gemacht hat. In dem vermissten Flugzeug saßen vor allem Chinesen, ein Terroranschlag als Ursache des Verschwindens wird nicht ausgeschlossen.

Die malaysischen Behörden korrigierten sich in ihren Angaben über das Aussehen der beiden verdächtigen Passagiere. Zunächst hieß es, sie seien Asiaten. "Wir haben die Videos untersucht und noch mal untersucht, und auch die Fotos. Wir gehen jetzt davon aus, dass die Männer keine asiatischen Gesichtszüge haben", sagte der Chef der malaysischen Zivilluftfahrtbehörde, Asharuddin Abdul Rahman. Die Ermittlungen gingen "in alle Richtungen", fügte er hinzu. Das schließe auch einem möglichen terroristischen Hintergrund oder eine Entführung nicht aus.

Bislang keine Hinweise auf Trümmerteile

Trotz der groß angelegten Suchaktion gab es weiterhin keine Hinweise auf den Absturzort der 70 Meter langen Maschine. Eine im Südchinesischen Meer entdeckte kilometerlange Ölspur stamme offenbar von Schiffen, teilte die Sprecherin der malaysischen Küstenpolizei nach einer Analyse von Proben mit. Der Ölteppich befand sich rund 185 Kilometer nördlich des malaysischen Ostküstenstaats Kelantan – unweit der Stelle, wo die Boeing 777 in der Nacht zum Samstag von den Radarschirmen verschwunden war. Auch mehrere dort auf dem Wasser treibenden Objekte waren keine Wrackteile. "Wir haben nichts finden können, das so aussieht, als wenn es ein Teil des Flugzeugs wäre", sagte der Chef der Zivilluftfahrtbehörde, Rahman.

Die Behörden entschieden deshalb, das Suchgebiet auszuweiten. Jetzt soll nicht mehr nur im Meer zwischen Malaysia und Vietnam gesucht werden, sondern auch westlich von Malaysia sowie an Land. Insgesamt sind 40 Schiffe und mehr als 30 Flugzeuge aus mehreren südostasiatischen Ländern, China und den USA an der Suchaktion beteiligt.

Laut Malaysia Airlines waren insgesamt 227 Passagiere und zwölf Crewmitglieder an Bord. Demnach wurde kein Notsignal und auch kein schlechtes Wetter gemeldet. Technische Mängel an der Maschine seien auch nicht bekannt gewesen.