In Spaniens Hauptstadt Madrid ist es im Anschluss an eine Protestkundgebung von Hunderttausenden Menschen gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei seien 101 Menschen verletzt worden, darunter 67 Polizeibeamte, teilten die Rettungsdienste mit.

24 mutmaßliche Gewalttäter seien festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Die große Mehrzahl der Demonstranten verhielt sich jedoch friedlich. Einige warfen aber Steine und Flaschen auf die Polizisten, die daraufhin Gummigeschosse abfeuerten.

Die Menschen waren aus allen Landesteilen angereist, um gegen die Politik von Ministerpräsident Mariano Rajoy und eine ganze Reihe von Problemen zu protestieren  – etwa die anhaltende Arbeitslosigkeit von rund 26 Prozent und Einschnitte bei den öffentlichen Diensten. Auf Plakaten forderten die Kundgebungsteilnehmer unter anderem "Die Krise sollen die Banker zahlen" und "Keine Kürzungen". Die Proteste standen unter dem Slogan: "Brot, Arbeit und Wohnung für alle".

Gewerkschaften sowie linksgerichtete Studentenverbände und Bürgerinitiativen hatten in mehreren Städten Spaniens zu "Märschen der Würde" aufgerufen, um gegen Sozialkürzungen und Verarmung sowie für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit mobil zu machen.