Ein norwegisches Schiff hat das Gebiet im Indischen Ozean erreicht, in dem das vermisste Flugzeug von Malaysia Airlines vermutet wird. Australische Experten hatten zuvor berichtet, sie hätten auf Satellitenbildern mögliche Wrackteile der seit dem 8. März vermissten Maschine entdeckt. 

Der Besatzung des Frachters Höegh St. Petersburg suche derzeit nur eingeschränkt nach den auf den Satellitenbildern entdeckten Objekten, sagte ein Unternehmenssprecher. "Das Schiff bewegt sich momentan langsam, weil es dort mitten in der Nacht ist."

Vier Aufklärungsflugzeuge hatten zuvor eine 23.000 Quadratkilometer große Zone abgeflogen. Diese konnten die Objekte jedoch nicht finden, sagte ein Sprecher der australischen Seefahrtsbehörde Amsa. Regen und Wolken hätten für schlechte Sicht gesorgt. Der Zeitraum, in dem die Flugzeuge suchen könnten, sei zudem sehr begrenzt, sagte ein ehemaliger Vertreter der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, Caj Frostell. Die Flugzeuge bräuchten sechs Stunden für Hin- und Rückflug, ihre Tanks würden aber nur für acht Stunden reichen.  

Zuvor hatte der australische Regierungschef Tony Abbott in einer Fragestunde des Parlaments gesagt: "Neue und glaubhafte Informationen sind ans Licht gekommen. Spezialisten haben die Bilder analysiert und zwei für die Suche relevante mögliche Objekte identifiziert." Abbott machte keine Angaben, von welchem Tag genau die Aufnahmen stammten.

Das Suchgebiet liegt etwa 2.600 Kilometer südwestlich von Perth. Ein Aufklärungsflugzeug sei auf dem Weg in die Region, um den Fund zu verifizieren, sagte Abbot. Es sei jedoch extrem schwierig, die Objekte genau zu lokalisieren. Am Ende könne sich durchaus herausstellen, "dass sie nicht im Zusammenhang mit der Suche nach Flug MH370 stehen", sagte er. 

Warnung vor zu großen Erwartungen

Das größte der Teile sei etwa 24 Meter lang, sagte John Young, der Leiter der Seesicherheitsbehörde Amsa. Auch ein Marineschiff sei auf dem Weg. Es brauche aber einige Tage. "Es ist gut ausgerüstet, Objekte zu bergen", sagte Young. Wie auch Abbott warnte Young vor zu hohen Erwartungen.  

Es seien mehrere Objekte im Meer entdeckt worden. "Es sah so aus, als schaukelten sie auf dem Wasser auf und ab", sagte Young. Die Objekte seien bislang nicht eindeutig als Teile der Boeing 777-200 identifiziert worden. Die Region liegt aber nahe der möglichen Flugroute, die Experten errechnet hatten.

Australien koordiniert die Suche nach der Maschine mit 239 Menschen an Bord im südlichen Korridor, den Experten als mögliche Flugroute ausgemacht hatten. Nach der Analyse von Strömung und Windverhältnissen konzentriert Amsa ihre Suche auf das Gebiet südwestlich von Perth. Es ist gut 300.000 Quadratkilometer groß.

Der Flug MH370 war von Kuala Lumpur auf dem Weg nach Peking. Die Maschine wich nach bisherigen Erkenntnissen vom Kurs ab und flog noch Stunden nach der letzten Radarsichtung Richtung Westen. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage, Entführung, Terrorismus oder Selbsttötung eines der Piloten.